Zurück auf die Schulbank

Arbeitsunfälle können schwerwiegende Folgen haben. Nuno Seitan hat das am eigenen Leib erfahren. Nach einem Sturz konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinen alten Beruf zurück. Jetzt macht er bei der BKW eine Lehre zum Systemtechniker.

Lieber Nuno, wie geht es dir heute? Zeit für einen Kaffeeplausch?

Mir geht’s gut, danke. Ich nehme lieber einen Tee – ich hatte heute Morgen schon zwei Kaffees.

Dir ging es nicht immer so gut. Du hattest einen Unfall. Was ist passiert?

Im Januar 2019 haben wir Leitern an einen Masten montiert. Ich erinnere mich noch, dass mir ein Kollege eine Leiter reichte. Ab da setzt meine Erinnerung aus. Ich muss aus etwa fünf Metern Höhe abgestürzt sein und bin erst am Boden wieder aufgewacht – alles hat weh getan. Innerhalb von Minuten war der Notarzt da, eine Ambulanz hat mich dann ins Berner Inselspital gebracht.

Ein schlimmer Unfall. Hat es lange gedauert, bis du dich wieder erholt hast?

In vier Operationen wurden Wirbelsäule und Handgelenk operiert. Dann Physiotherapie und sechs Wochen Rehaklinik. Erst nach acht Monaten konnte ich wieder über eine Rückkehr ins Arbeitsleben nachdenken.

Wann ist dir klargeworden, dass du deinen Beruf nicht länger ausüben kannst?

Im Bericht der Rehaklinik stand schon, was nicht mehr geht, zum Beispiel mehr als fünf Kilo tragen. Schon da war fraglich, ob ich in den alten Beruf zurückkann.

Wie fühlt man sich, wenn plötzlich der Job und die Zukunftsplanung in Frage stehen?

Das war eine sehr schwierige Zeit – auch für meine Familie. Die Unsicherheit hat uns sehr belastet.

Nuno Seitan trinkt Kaffee
Nuno Seitan ist 44 und im dritten Lehrjahr zum Informatiker EFZ. Früher führte er bei der Arnold AG Reparatur- und Malerarbeiten an Strommasten aus. Ein Unfall brachte seine Lebensplanung aus der Spur. Dank einer Umschulung fasste er wieder Fuss in der Arbeitswelt und hat eine neue Perspektive.

Wie ging es dann weiter?

Ich hatte mit Vertretern der IV und SUVA zwei Gesprächstermine bei der Arnold AG. Beim zweiten Termin hat sich Edith Spillmann, die stellvertretende HR-Leiterin von Arnold, eingeschaltet. Sie sagte: «Wir müssen einen neuen Weg finden und ich unterstütze dich.» Sie kenne bei der BKW jemanden, der mir helfen könne. Sie meinte damit Barbara Siegenthaler vom betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die beiden haben mir eine Brücke zur BKW gebaut.

Wie kam es dazu, dass du heute IT-Lernender bei der BKW Corporate IT bist?

Da lief viel parallel. Mit meinem IV-Berater habe ich über eine berufliche Neuorientierung gesprochen. Ich hatte zuhause in Portugal vor 25 Jahren eine Informatikausbildung angefangen. Mein Berater hat mir zuerst eine Ausbildung als IT-Fachmann vorgeschlagen. Das kostet weniger als eine 4-jährige Lehre (lacht). Im Sommer 2020 durfte ich dann aber eine Ausbildung zum Informatiker EFZ im Berufsbildungscenter (Bbc) beginnen – dorthin schickt auch die BKW ihre IT-Lernenden. Die BKW, insbesondere die Berufsbildung, hat immer Kontakt gehalten und mich zu einem Schnuppertag in der Corporate IT eingeladen. Im Frühjahr 2021 wurde mir dann eine Lehrstelle angeboten! Ich war superglücklich und auf Wolke sieben. Die Stelle wurde sogar extra für mich geschaffen. Normalerweise gibt es nur eine Lehrstelle als IT-Systemtechniker. Ich bin jetzt der zweite.

Nuno Seitan sitz auf einer Bank
Fotos: Albiana Selmani

Gratuliere! Aber wie ist das, als über 40-Jähriger mit Teenagern nochmal die Schulbank zu drücken?

(lacht) Am Anfang war es schon nicht ganz leicht. Nicht nur wegen des Altersunterschieds, ich konnte auch zu wenig Deutsch. In der Schule habe ich dann zwei Portugiesen kennengelernt, die auch nicht mehr so jung sind. Wir machen viel zusammen. Die Herausforderung, in einer Fremdsprache wieder neu zu lernen, ist schon gross. Aber ich bin sehr motiviert und zu 99,9 Prozent macht das Lernen Spass.

Macht es dir bei der BKW genauso viel Spass? Was genau machst du dort gerade?

Gerade bin ich bei IT Solutions. Ich erarbeite sogenannte User-Stories, in denen die Ziele einer IT-Lösung aus Sicht eines Anwenders definiert werden. Mich interessiert aber vor allem das Thema IT-Sicherheit. Bis jetzt hat meine Berufsbildnerin Lara Riesen noch immer eine Aufgabe gefunden, die etwas mit Sicherheit zu tun hat.

Was rätst du jemandem, der in einer ähnlichen Situation steckt?

Wenn es die Möglichkeit gibt: bei der BKW einsteigen (lacht). Im Ernst, meine Berufsbildnerin und die Kolleginnen und Kollegen unterstützen mich wirklich sehr – nicht nur fachlich, auch was die Integration in das Team betrifft. Wer wie ich aus einem anderen Land kommt, dem rate ich, sich frühzeitig über die beruflichen Möglichkeiten und das Sozialsystem zu informieren – und ganz schnell Deutsch zu lernen.

Wir übernehmen Verantwortung als Arbeitgeberin und Geschäftspartnerin

Gesunde und zufriedene Mitarbeitende sind die Grundlage für unseren Erfolg. Wir bieten ihnen eine sichere Arbeitsumgebung, attraktive Arbeitsmodelle und vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. In all unseren Geschäftsbeziehungen achten wir die Menschenrechte, handeln basierend auf Vertrauen und Respekt und begegnen einander mit Wertschätzung.

Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit 

Mit unserem Handeln, unseren Produkten und Dienstleistungen tragen wir zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Umwelt bei. Die BKW entwickelt Lösungen für die Gestaltung von zukunftsfähigen Infrastrukturen und Lebensräumen. Dabei bekennt sie sich zu den Sustainable Development Goals der UNO. Mehr Infos zu unserem Nachhaltigkeitsmanagement finden Sie hier.

Beitrag aus Inmotion

Dieser Beitrag stammt aus «Inmotion», dem Magazin für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BKW Gruppe. Die ganze Ausgabe als PDF finden Sie hier.

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