Suzanne Thoma: «Wir müssen Städte neu denken»

Am 20. Dezember 2019 hat die BKW Geschichte geschrieben: Sie hat mit Mühleberg das erste Kernkraftwerk der Schweiz vom Netz genommen.

Der Zuspruch der Gäste aus Politik und Wirtschaft am feierlichen Abschaltanlass war ausgezeichnet – und das Medieninteresse enorm. Als ich in das Meer von Kameras und Mikrofonen blickte und den Journalisten einem nach dem anderen Auskunft gab, habe ich mir kurz gedacht: So muss sich Wendy Holdener nach einem wichtigen Skirennen im Zielraum fühlen.

Wie im Spitzensport sind auch in der Wirtschaft solche Meilensteine nur mit einem Team möglich. Weder habe ich selbst die Abschaltknöpfe gedrückt, noch stehe ich in den kommenden 15 Jahren regelmässig auf dem Areal, wo die Stilllegung vonstattengeht. Doch als CEO der BKW trage ich die Hauptverantwortung für dieses Pionierprojekt. Ich tue das mit Zuversicht, Selbstbewusstsein und Stolz. Die vielen positiven Rückmeldungen, gepaart mit der wirtschaftlichen Entwicklung der BKW, festigten meine Überzeugung: Der Entscheid zur Abschaltung, den wir im Jahr 2013 getroffen haben, war richtig!

«Wir haben unsere Strategie auf nachhaltige Energiesysteme, smarte Dienstleistungen und Infrastrukturen ausgerichtet.»

Der frühe Entscheid war auch deshalb richtig, weil er Kräfte für den Wandel der BKW freigesetzt hat: Aus dem eher behäbigen Berner Energieversorger ist ein internationales Netzwerk mit über 100 Unternehmen geworden. Wir haben unsere Strategie auf nachhaltige Energiesysteme, smarte Dienstleistungen und Infrastrukturen ausgerichtet. Mit der Kompetenzmarke BKW Building Solutions bringen wir unsere Lösungen dort ein, wo ein bedeutender Teil der CO2-Emissionen anfällt, nämlich im Gebäudepark.

Parallel dazu hat BKW Engineering ihren Schwerpunkt im Bereich ressourceneffizienter Gebäudeplanung entscheidend verstärkt und setzt auf höchste Standards für ökologisches Bauen und nachhaltige Architektur.

«Themen wie der Klimawandel, die Urbanisierung und Digitalisierung treiben uns seit Jahren an.»

Themen wie der Klimawandel, die Urbanisierung und Digitalisierung treiben uns seit Jahren an. Doch nicht nur wir, sondern die ganze Gesellschaft ist gefordert. Gemeinsam müssen wir auch unsere Häuser, Städte, Strassen und Versorgungsinfrastrukturen neu denken und bauen. Die BKW stellt dafür die Kompetenzen und Instrumente zur Verfügung. Dank neuen Technologien stehen Wirtschaftlichkeit, Wohlstand und Nachhaltigkeit nicht im Widerspruch. Auch finanziell sind wir nachhaltig, denn als börsenkotiertes Unternehmen müssen wir am Ende des Tages Gewinn erwirtschaften.

«In unserem internationalen Netzwerk arbeiten über 10000 Mitarbeitende voller Innovationsfreude.»

In unserem internationalen Netzwerk arbeiten über 10000 Mitarbeitende voller Innovationsfreude: Sie planen, bauen, betreiben und warten komplexe technische Infrastrukturen. Als Chefin dieser Leute will ich gemeinsam mit Stakeholdern und Kunden umdenken und umschalten. Damit die Nachfolgerinnen von Wendy Holdener auch in 30 Jahren noch Ski fahren können.

Suzanne Thoma, CEO BKW

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