«Drei Buchstaben für eine bessere Klimabilanz beim Bauen»

Persönlich hält sich BKW CEO Suzanne Thoma eher zurück, ihre Daten für digitale Hilfsmittel und ein bisschen Alltagskomfort preiszugeben. Doch als Chemieingenieurin und Firmenchefin weiss sie auch, dass die Technologie grossen gesellschaftlichen Nutzen erzielen kann.

«Während dieser Pandemie vermisse ich die zwischenmenschlichen Kontakte. Denn der reale Austausch, die ungefilterte Mimik sowie die Inspiration eines direkten Gespräches geben mir ein positives Gefühl. Zudem ist der persönliche Austausch eine wichtige Inspirationsquelle für Innovationen. Allerdings gehörten in einem international tätigen Unternehmen wie der BKW virtuelle Meetings schon vor der Pandemie zum Arbeitsalltag. Mit moderner Kommunikationstechnologie lassen sich Distanzen überwinden, Flugemissionen reduzieren sowie Reisezeiten einsparen.

Immerhin spreche ich an virtuellen Meetings mit richtigen Menschen und nicht mit Algorithmen, die Alexa, Siri oder wie auch immer heissen. Zugegeben, manchmal bin ich persönlich eher kritisch gegenüber diesen digitalen Hilfsmitteln, halte mich damit zurück, meine persönlichen Daten für ein bisschen Alltagskomfort preiszugeben. Doch als Chemieingenieurin weiss ich auch, dass die Technologie grossen gesellschaftlichen Nutzen erzielen kann.

 

«Das Bild von Architektinnen und Architekten, die sich mit den Bauleitern über landkartengrosse Pläne beugen und jede Änderung von Hand anpassen, gehört bald der Vergangenheit an.»
Suzanne Thoma, CEO der BKW Gruppe

Sobald es darum geht, mit einer sinnvollen technologischen Anwendung einen Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft zu schaffen, bin ich als Chefin der BKW sofort mit dabei. Einen solchen Mehrwert liefert die BIM-Methode. Die drei Buchstaben stehen für Building Information Modeling – an sich nichts Neues. Doch nun sind wir so weit, diese Methode entlang der gesamtem Produktionskette und Lebensdauer eines Gebäudes oder einer Infrastruktur zu nutzen: von der Planung über den Bau und den Betrieb bis zum Rückbau.

Das Bild von Architektinnen und Architekten, die sich mit den Bauleitern über landkartengrosse Pläne beugen und jede Änderung von Hand anpassen, gehört bald der Vergangenheit an. Mit der durchgehenden Anwendung von BIM greifen alle Beteiligten auf einen dreidimensionalen, digitalen Zwilling zurück – und auch der künstlich intelligente Laser-Roboter hat Zugriff auf den umfangreichen Datensatz. So kann er die korrekten Bohrstellen direkt auf die Mauer projizieren. Diese Entwicklung sorgt für eine bessere Klimabilanz der Energieströme und Baustoffkreisläufe. Denn einerseits können frühzeitig getroffene Planungsentscheidungen über Jahrzehnte positive Auswirkungen entfalten. Andererseits macht die Branche auch in der Materialwissenschaft Fortschritte; ich denke da zum Beispiel an den 3-D-Druck oder an Robotik und die grossangelegte Vorfabrikation von Bauelementen. BIM kann dabei helfen, die verschiedenen Einzelprozesse zu einem Generalprozess zusammenzuführen, die einzelnen Schritte zu vereinfachen und effektiv zu verkürzen.

Die BKW treibt die digitale Revolution in der Baubranche voran. Zu diesem Zweck haben wir vor Kurzem das BIM+ Competence Center gegründet und bündeln so das Know-how, das wir in unserem Netzwerk von mehr als 130 Firmen entlang der ganzen Wertschöpfungskette haben. Auf dieser Grundlage streben wir einen «BIM+ Planungsstandard» für die gesamte Baubranche an. Ziel ist es, wirtschaftlicher zu planen, die Bauzeiten zu verkürzen und nachhaltiger zubauen.»

Suzanne Thoma, CEO der BKW Gruppe

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