Leistungserbringer
Die Auszeichnung würdigt die vorbildliche Integration der Photovoltaikanlage in die historische Bausubstanz. Sie steht im Einklang mit der im April 2024 vorgestellten PV-Strategie der BKW, die nachhaltige Energielösungen gezielt fördert. Frédéric Palli, Managing Director Region Mitte & Photovoltaik Sparte bei BKW Building Solutions, sagt: «Das zeigt, dass auch für besondere Herausforderungen wie denkmalgeschützte Gebäude hochwertige und praktikable Lösungen möglich sind. Denkmalschutz und Solarenergie schliessen sich nicht aus, sondern können gemeinsam einen Beitrag zur Energiewende leisten.»
Die Fachjury war beeindruckt von der Qualität, Innovation und dem Beitrag des Wohnbauprojekts zur Förderung der erneuerbaren Energien und zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Die PV-Anlage sei besonders sorgfältig mit der Umgebung abgestimmt worden. Das Projekt stehe für eine neue Generation von Solaranlagen, die Effizienz, Ästhetik und Nachhaltigkeit überzeugend vereint.
Die Anlage erfüllt höchste Anforderungen an den Denkmalschutz und trägt wesentlich zur Energieversorgung des gesamten Quartiers bei. Mit 665 PV-Modulen in dezentem Braun erreicht die Anlage rund 70 kWp Leistung und produziert jährlich etwa 70’000 kWh Strom – genug, um mehrere Haushalte mit lokalem Solarstrom zu versorgen.
Der historische Bauernhof mit Baujahr 1754 fungiert heute als Energiezentrum: Die erzeugte Solarenergie versorgt sowohl das Gebäude selbst als auch angrenzende Neubauten auf dem Areal. Ergänzt wird das nachhaltige Gesamtkonzept durch Erdwärmesonden, Mineralisolierung, natürliche Belüftung sowie eine qualitative Verdichtung mit gemeinschaftsfördernden Räumen und Entsiegelung des Bodens.
«Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wie sich technologische Innovation und kulturelles Erbe in Einklang bringen lassen.»
Victor Nichanian, Projektleiter bei Solstis, ergänzt: «Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit den verschiedenen Beteiligten eine Lösung realisiert zu haben, die sowohl ästhetisch als auch energetisch überzeugt – und damit einen echten Mehrwert für das Quartier schafft.»
«Die Auszeichnung ist eine Bestätigung für die hervorragende Arbeit der Solstis als Pionierin und führendes Unternehmen im Bereich der Photovoltaikanlagen.»
Frédéric Palli von BKW Building Solutions betont zudem, dass die Auszeichnung auch eine Anerkennung dafür sei, dass die Solstis qualitativ hochstehende und innovative Anlagen im Bereich erneuerbare Energien installiert – und dies seit über 30 Jahren.
7 Fragen an die Verantwortlichen bei Solstis
Was macht dieses Projekt in Crissier aus Ihrer Sicht besonders – sowohl technisch als auch architektonisch?
Victor Nichanian: Architektonisch fügt sich das Gebäude perfekt in das Quartier ein, wie die Luftaufnahmen zeigen: Die Integration der Solardachziegel ist unauffällig, ästhetisch sehr gelungen und die ursprüngliche Dachstruktur konnte erhalten bleiben. Auf technischer Seite war es entscheidend, die verschiedenen Gewerke – vom Zimmermann über den Spengler bis zum Elektriker – gut zu koordinieren. So entstand eine massgeschneiderte Installation mit elektrifizierten Dachfenstern und einer Eigenverbrauchsgemeinschaft, die den vor Ort produzierten Solarstrom optimal nutzt.
Welche Herausforderungen bringt die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude mit sich?
Victor Nichanian: Es gab viele Gespräche zwischen Bauträger, Bauherrschaft, Architekten und Gemeinde, um die ästhetisch bestmögliche Lösung zu finden – mit der passenden Farbe und innerhalb eines vernünftigen Budgets. Besonders wichtig war, die Dachbalken von 1754 zu erhalten. Gemeinsam mit dem Holzbauingenieur haben wir ein Konzept entwickelt, das die historischen Strukturen respektiert und gleichzeitig die Solardachziegel perfekt integriert.
Wurden die PV-Module speziell für dieses Projekt gefertigt oder angepasst? Warum fiel die Wahl auf braune Module?
Stéphane Krattinger: Wir haben drei Brauntöne aus dem Herstellerkatalog vorgeschlagen: Terracotta Rost, Terracotta und Erd-Braun. Die Behörden entschieden sich schliesslich für Erd-Braun, weil er sich am harmonischsten in die Dachlandschaft einfügt und das, obwohl dieser Ton technisch nicht der stärkste war. Auch das Ziegelformat (985 x 875 mm) wurde bewusst gewählt, um dem Erscheinungsbild traditioneller Dachziegel möglichst nahe zu kommen.
Welche Rolle spielt die Farbwahl und Materialästhetik bei der Akzeptanz solcher Anlagen in historischen Quartieren?
Stéphane Krattinger: Immer häufiger verlangen Gemeinden eine Terracotta-Optik für Solardachziegel, insbesondere in Regionen wie dem Lavaux, wo herkömmliche Solarpanels gar nicht erlaubt sind.
Wie reagieren Anwohner:innen und die Gemeinde auf das Projekt?
Stéphane Krattinger: Da das Dach im Quartier und in der Umgebung gut sichtbar ist, wird die Installation als grosser Erfolg und als bemerkenswerte architektonische Integration wahrgenommen. Es gab einen echten Wow-Effekt im gesamten Viertel – über alle Generationen hinweg.
Wie verlief die Zusammenarbeit mit den Architektur- und Ingenieurbüros?
Victor Nichanian: Die Zusammenarbeit war äusserst konstruktiv, insbesondere mit dem Architekturbüro Fiona Pia Architectes – von der ersten Kostenschätzung bis zur Inbetriebnahme. Mehrere Angebotsvarianten mussten erstellt werden, um den Kundenwünschen gerecht zu werden, mit unterschiedlichen Ziegeltypen und -grössen. Nachdem das Modell gewählt und der Auftrag vergeben war, fand ein Treffen mit dem Holzbauingenieur statt, um die Ziegel in das Gesamtkonzept der Dachsanierung zu integrieren. Die Integration von zehn Dachfenstern in derselben Grösse wie die Ziegel, die an strategischen Stellen auf der Dachfläche positioniert wurden, stellte eine besondere Herausforderung dar. Aus diesen Sitzungen entstanden präzise Dachstuhlpläne, die eine Integration auf den Zentimeter genau ermöglichten.
Was war Ihr persönlicher Höhepunkt bei diesem Projekt?
Victor Nichanian: Das Projekt von A bis Z zu begleiten war teilweise anspruchsvoll und herausfordernd, aber vor allem lehrreich und faszinierend! Einer der schönsten Momente war für mich der erste Drohnenflug über die Anlage – zuerst während der Montage und dann nach der Fertigstellung. In diesem Moment wurde uns bewusst, wie gelungen die Installation war und wie schön die Ziegelfarbe sowohl bei bewölktem als auch bei sonnigem Wetter wirkt.
Stéphane Krattinger: Es ist eine wahre Freude, mit Architekt:innen zusammenzuarbeiten, die Innovationsgeist zeigen! Wir lieben solche aussergewöhnlichen Projekte, die es unserem Planungsbüro ermöglichen, die bestmögliche Integrationslösung für ein denkmalgeschütztes Gebäude von 1754 zu finden. Zusammengefasst: Ein herausragendes Ergebnis mit in der Schweiz hergestellten Terracotta-Solardachziegeln und massgefertigten Dachfenstern.
Expertennetzwerk
Die BKW Building Solutions ist als Installations- und Technologieanbieterin mit ihrem Expertennetzwerk in der Lage, Kundinnen und Kunden mit Lösungen und Komponenten zu versorgen, welche aufeinander abgestimmt, individuell, miteinander kompatibel und stetig erweiterbar sind. Mit diesem Ansatz sind auch künftige Trends und veränderte Bedürfnisse kein Hindernis für einen erfolgreichen Übergang in eine umweltfreundliche Zukunft.
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