Über Bewerbungsgespräche und Mikrowellen

Für Jobsuchende und Personalabteilungen war in den letzten Monaten ein Umdenken und Neudenken gefragt: Unter Corona-Bedingungen liefen Bewerbungsgespräche anders ab. Maria Badertscher, neu bei der BKW, und ihr Gegenüber, Recruiting-Partnerin Tessa Egli, erzählen, wie sie diese Ausnahmesituation erlebt haben.

Aufgrund der Corona-Situation ist Ihr Bewerbungsprozess komplett virtuell abgelaufen. Wie sind Sie damit zurechtgekommen?

Maria Badertscher: Vor einem Vorstellungsgespräch ist man ja immer etwas nervös. Ich habe diese Anspannung vor dem Teams-Call noch stärker erlebt: Funktioniert alles, friert das Bild ein, passt der Hintergrund, wie setze ich die Körpersprache richtig ein? Solche Fragen sind mir vorher durch den Kopf gegangen. Diese Unsicherheit hätte ich in einem Live-Gespräch nicht gehabt. Tessa hat mich aber am Anfang des Gesprächs sehr gut abgeholt, sodass ich mich schnell wohlgefühlt habe.

Tessa Egli: Ich sehe auch Vorteile. Die Terminplanung ist viel flexibler, die Kandidatinnen und Kandidaten brauchen weniger Zeit, da der Anfahrtsweg wegfällt, sie müssen beim aktuellen Arbeitgeber für diese eine Stunde keine Rechenschaft ablegen und kommen weniger gestresst in ein Gespräch. Nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, dass das zweite Gespräch vor Ort stattfindet. Man spürt den Menschen hinter dem Bildschirm viel weniger. Das Bauchgefühl funktioniert live viel besser – auf beiden Seiten. Schliesslich muss es nicht nur für uns als Unternehmen stimmen, auch die Bewerbenden müssen sich wohlfühlen und mit gutem Gewissen zusagen können.

Maria, würden Sie eine Stelle annehmen, ohne vorher einmal den Arbeitsplatz und das Team live gesehen zu haben?

Badertscher: Genau das habe ich gemacht. Meine Führungskraft und meine Kolleginnen und Kollegen habe ich zwar via Teams schon vorher kennengelernt und einen guten ersten Eindruck bekommen. Meinen Arbeitsplatz habe ich aber tatsächlich erst am ersten Arbeitstag gesehen.

Porträt
Maria Badertscher ist seit rund einem halben Jahr Account-Managerin Telesales bei der BKW.
«Meinen Arbeitsplatz habe ich am ersten Arbeitstag zum ersten Mal gesehen.»
Maria Badertscher

Tessa, wie sind Sie auf Maria aufmerksam geworden? Was hat gerade an ihrem Profil überzeugt?

Egli: Wir haben Maria im Bewerbungsprozess für eine andere Position kennengelernt. Als dann zeitnah die Stelle als Account-Managerin Telesales frei wurde, haben wir gefragt, ob sie Interesse hätte. Zu unserer Freude war sie dafür offen. Maria bringt viele Jahre Erfahrung als Account-Managerin mit und weiss, auf was es in der Kundengewinnung und -bindung ankommt. Auch der sympathische und motivierte Anruf vor ihrer Bewerbung ist super angekommen. Sie brachte viel Energie mit, das habe ich sogar über den Bildschirm gespürt. Mich beeindruckte ihr Interesse an der BKW und am Job – das ist genau das, was auch ein Kunde spüren will.

Maria, wir waren sicher nicht das einzige Unternehmen, bei dem Sie sich umgesehen haben. Was hat die BKW bzw. Ihre Recruiterin richtig gemacht?

Badertscher: Für mich stimmten von Anfang an der Brand und das Image – die BKW war meine Favoritin. Tessa und mein Chef Chris Cotting haben diesen Eindruck mit ihrer sympathischen und professionellen Art während des Gesprächs bestätigt.

«Maria brachte viel Energie mit, das habe ich sogar über den Bildschirm gespürt.»
Tessa Egli

Niemand ist perfekt – was können wir beim nächsten Mal noch ein bisschen besser machen?

Badertscher: (lacht) Warten ist nicht meine Stärke. Es wäre schön gewesen, wenn ich die Entscheidung schneller mitgeteilt bekommen hätte.

Wir versuchen unser Bestes. Mal abgesehen von der BKW – man hört ja die verrücktesten Geschichten, wie Bewerbungsprozesse ablaufen. Was war Ihr bisher schrägstes Erlebnis?

Badertscher: Ich wurde tatsächlich schon gefragt, wer denn auf meine Kinder aufpassen würde, wenn ich am Arbeiten sei – das ist völlig inakzeptabel! Und ich wurde auch mal gefragt: Wenn Sie ein Haushaltsgerät wären, welches wäre das? Sehr schräg.

Was haben Sie denn geantwortet?

Badertscher: (lacht) Mikrowelle, weil sie schneller und effizienter ans Ziel führt als ein Herd.

Hoffentlich war die Kinderbetreuung keine Frage bei der BKW.

Badertscher: Überhaupt nicht. Um die Kinder ging’s nur beim Thema Kinderzulage.

Tessa, wie sieht das aus Ihrer Perspektive aus? Was haben Sie schon erlebt, und auf welche Alarmzeichen sollte eine Führungskraft achten?

Egli: Ein frisierter Lebenslauf, gefälschte Zeugnisse und nicht wiederholbare verbale Aussetzer bei telefonischen Absagen. Für die Führungskraft finde ich es wichtig, auf das Bauchgefühl zu hören und das in der Zusammenarbeit mit dem Recruiting- Partner anzusprechen. Häufig deutet ein ungutes Gefühl auf Ungereimtheiten im Lebenslauf, spezielle Charaktereigenschaften oder einfach darauf, dass die Zusammenarbeit mittelfristig nicht gut funktionieren wird.

Porträt
Tessa Egli ist Recruiting-Partnerin und Active-Sourcerin bei der BKW. Als solche begleitet sie den Bewerbungsprozess und ist selbst aktiv auf der Suche nach geeigneten Profilen.

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Beitrag aus Inmotion

Dieser Beitrag stammt aus «Inmotion», dem Magazin für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BKW Gruppe. Die ganze Ausgabe als PDF finden Sie hier.

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Kommentare (1)

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  • Schöner Beitrag - trifft den Zahn der Zeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Bewerbungsgespräch schwieriger ist, wenn man sich nicht persönlich gegenüber sitzt und nur am Monitor treffen kann. Dennoch ist es scheinbar bei diesem Remote-Gespräch sehr gut gelaufen. ich wünsche Dir eine tolle Zeit bei der BKW, liebe Maria :-)

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