Wann gibt es genügend Ladestationen für Mieter?

Noch mangelt es in der Schweiz an Ladestationen für Elektroautos. Markus Eberhard, Leiter Smart Energy bei der BKW, über die Rolle der Immobilienbranche – und was es braucht, damit Mieter zu Hause ihr Elektroauto laden können.

Ich bin Mieter in einem Block – so wie viele andere auch. Ich würde gerne ein Elektroauto kaufen, doch die nächste öffentliche Ladestation ist rund drei Kilometer entfernt – und meist besetzt. Die BKW sagt von sich, hierfür Lösungen zu haben. Was genau unternimmt sie, um die Situation zu verbessern?

Markus Eberhard: Wir unterstützen die Immobilienwirtschaft darin, die Ladeinfrastruktur in ihren Gebäuden auszubauen. Dafür bieten wir individuelle Lösungen an, um die lokalen Gegebenheiten wie Anschlussleistung und Installationen bestmöglich zu nutzen. Dabei berücksichtigen wir auch Förderinstrumente und Ausbauszenarien. Daneben haben wir ein Modell entwickelt, bei dem Immobilienbesitzer die Ladestationen bei uns mieten und somit nach Bedarf und ohne Investition ihren Mietern anbieten können.

Steigt neben dem Ausbau öffentlicher Ladestationen auch der Druck auf die Immobilienbranche, Ladelösungen anzubieten?

Ja natürlich! Ohne die Immobilienbranche geht nichts. Denn an Orten, wo Menschen leben und arbeiten, stehen  Fahrzeuge so lange, dass dort ein optimiertes und ressourcenschonendes Laden ideal möglich ist. 

In ein paar Jahren werden viel mehr Elektroautos auf dem Markt sein. Wie lässt sich verhindern, dass es zur Überlastung des Netzes kommt, wenn in einer Liegenschaft abends alle gleichzeitig ihr Auto laden wollen? 

Wir müssen bei der ersten Installation von Ladestationen in Tiefgaragen bereits an die Zukunft denken. Ladestationen sollen so steuerbar sein, dass der Hausanschluss jeweils optimal genutzt und nicht überlastet wird. Daneben ist es  notwendig, Lasten in Gebäuden zu steuern, um die Netzstabilität sicherzustellen. Dazu entwickeln wir aktuell Lösungen, die das Gebäude als Gesamtsystem im Stromnetz betrachten.

Markus Eberhard
Markus Eberhard, BKW Smart Energy

Die BKW bietet Gesamtlösungen im Bereich Immobilien an. Was gehört alles zum Portfolio?

Solarstrom selbst zu erzeugen und diesen dann im Gebäude einzusetzen, ist die Leitidee unserer Smart-Energy-Lösungen für die Immobilienwirtschaft. Diese umfassen die Installation und den Betrieb der Photovoltaikanlagen, Abrechnung von Solarstrom gegenüber Mietern, wenn der Vermieter auf dem Mehrfamilienhaus eine Anlage installiert hat, sowie die  Bereitstellung und Abrechnung von Elektroladestationen. Durch aktive Eigenverbrauchsoptimierung und  Gebäudesteuerung integrieren wir die Wärmeerzeugung in unsere Gesamtlösung und bieten schliesslich auch die Abrechnung von Wärme im Gebäude aus einer Hand an.

Alles aus einer Hand

MARKUS EBERHARD leitet die Geschäftseinheit Smart Energy der BKW. Zu dieser Produktgruppe zählen Photovoltaik und Elektromobilität sowie innovative Geschäftsmodelle rund um die erneuerbare Energieproduktion.

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