Erneuerung Wasserkraftwerk Töging am Inn und Ertüchtigung Innkanal

Zur Effizienzsteigerung des VERBUND-Kraftwerks Töging wird das Stauziel erhöht und das Krafthaus in Töging sowie das Wehr in Jettenbach-Aschau durch Neubauten ersetzt. Zudem wird der Hochwasserschutz entlang des Inns im Stauraum Jettenbach verbessert.

Das VERBUND-Kraftwerk Töging ist ein Kanalkraftwerk am knapp 23 km langen Innkanal. Um die zukünftige umweltfreundliche Stromerzeugung zu erhöhen, wird die Anlage erneuert und ausgebaut. IFB Eigenschenk konnte das anspruchsvolle Projekt sowohl in der Planungs- als auch in der Bauphase für die Effizienzsteigerung des Wasserkraftwerkes mit zahlreichen Leistungen in den Bereichen Hydrogeologie, Geotechnik und Immission begleiten.

Unsere Aufgaben

  • Erstellung eines Grundwassermodells mit Überwachung und Auswertung von Stichtagsmessungen an Grundwassermessstellen, Durchfluss- und Wasserstandsmessungen an Fliessgewässern an rund 150 Messpunkten.
  • Erstellung eines Fachbeitrags Geologie und Hydrogeologie im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie für das Planfeststellungsverfahren.
  • Prognose der Schall- und Erschütterungsemissionen.
  • Entwicklung eines Grundwassermonitoringprogramms.
«Durch die effektive Zusammenarbeit unseres aus verschiedenen Experten bestehenden Teams konnten unseren Auftraggeber auch bei komplexen Fragestellungen zielgerichtet unterstützen.»
Dr. Matthias Zeitlhöfler, Projektleiter, IFB Eigenschenk GmbH

Facts & Figures

Fertigstellung

2022

Baugattung

Wasser & Umwelt

Bauart

Erweiterung, Ertüchtigung

Branche

Stromerzeugung

Ausgeführte Arbeiten

Grundwassermodell, Beitrag zur Umweltverträglichkeitsstudie, Prognose Schall- und Erschütterungsemissionen, Grundwassermonitoringprogramm

Projektmanager

Dr. Matthias Zeitlhöfler, IFB Eigenschenk GmbH

Bauherr

VERBUND Innkraftwerke GmbH

Bausumme

250 Millionen Euro Gesamtinvestition

Projektbeschrieb

In Töging am Inn wird ein fast 100 Jahre altes denkmalgeschütztes Kraftwerk durch einen Neubau ersetzt. Die Leistung des Kraftwerks Töging soll um rund 25 % gesteigert werden. Die Jahresstromerzeugung von derzeit rund 560 wird auf rund 700 Millionen Kilowattstunden im Jahr steigen, somit können zukünftig 200.000 Haushalte mit dem wertvollen Ökostrom versorgt werden.

Möglich wird dies durch den Einsatz von künftig 3 Maschinensätzen mit Kaplan-Turbinen, die die vorhandenen Maschinensätze ersetzen. Dazu wird der Neubau so behutsam wie möglich in die Bestandssituation integriert. Lediglich zwei schlichte Schlitze im unberührt erscheinenden Hang des Staudamms geben einen subtilen Hinweis auf das neue Kraftwerk, das somit auch nicht in Konkurrenz zum denkmalgeschützten Bestand tritt. Zudem werden der Wasserstand und der Durchfluss im Innkanal erhöht.

Die Planung sah ein neues Krafthaus neben dem jetzt bestehenden Kraftwerk vor. Die beeindruckende denkmalgeschützte Bausubstanz des alten Kraftwerks sollte dabei bestehen bleiben und der Neubau in die vorhandene Architektur eingegliedert werden. Zeitgleich soll der der Innkanal ertüchtigt und das Stauziel am Wehr Jettenbach um ca. 0,5 Meter erhöht werden. Ein wesentliches Ziel stellt dabei auch die Verbesserung der ökologischen Situation im Auswirkungsbereich des Kraftwerks dar: Es sind umfangreiche ökologische Begleitmassnahmen vorgesehen, die bestehende Habitate schützen und deren Lebensbedingungen verbessern.

Impressionen

Grosses Leistungsspektrum trägt zum Projekterfolg bei

IFB Eigenschenk konnte das Planfeststellungsverfahren sowie die Bauplanungs- und ‑ausführungsphase für die Effizienzsteigerung des Wasserkraftwerks Jettenbach-Töging mit zahlreichen Leistungen begleiten.

Um die Auswirkungen der Massnahme auf Boden und Wasserhaushalt zu beurteilen, wurde im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie ein Fachbeitrag zu Geologie und Hydrogeologie inklusive einer Auswirkungsprognose erstellt.

Es wurde ein Grundwassermodell erarbeitet, um die bestehenden Grundwasserverhältnisse nachzubilden und um zu ermitteln, wie sich die geplanten Baumassnahmen auf die Grundwasserdynamik auswirken. Um die naturräumlichen Grundlagen und die hydrogeologischen Randbedingungen qualifiziert beurteilen sowie die langfristigen Auswirkungen der Maßnahme dokumentieren zu können, wurde ein Grundwassermonitoring mit Stichtagsmessungen an Grundwassermessstellen sowie Durchfluss- und Wasserstandsmessungen an Fließgewässern mit rund 150 Messpunkten entwickelt.

Da insbesondere während der Bauphase im Zuge von Tiefbaumassnahmen mit Schallimmissionen zu rechnen ist, wurden diese anhand von Modellrechnungen prognostiziert und Minderungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Zudem wurden die voraussichtlichen Schallimmissionen im späteren Kraftwerksbetrieb auf die umliegende Wohnbebauung prognostiziert und beurteilt.

Besondere Herausforderungen ergaben sich in diesem Projekt einerseits aus dem geologischen Aufbau des Untergrundes mit mehreren, teils gespannten Grundwasserstockwerken, in welche das neue Krafthaus bzw. dessen Gründung einbinden, und die hierfür erforderlichen Auswirkungsanalysen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung. Andererseits stellte sich auch die Prognose der künftigen Grundwasserstände nach erfolgter Stauzielerhöhung im Nahbereich von Inn und Innkanal mit den dadurch hervorgerufenen Auswirkungen auf Böden und Bausubstanz als anspruchsvolle Aufgabe heraus.

Bei der Errichtung der zentralen Hauptbaugrube für das neue Krafthaus wurde IFB Eigenschenk mit baubegleitenden bodenmechanischen Untersuchungen tätig.

Aufgrund des breiten Leistungsspektrums konnte IFB Eigenschenk zum Gelingen dieses Grossprojekts sowohl während der Planungs- als auch während der Ausführungsphase in vielfältiger Weise beitragen.

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