Gegenwärtig werden die Energiemärkte heftig durchgeschüttelt. Die Preise für Strom, Gas oder Öl sind in den letzten Monaten, als Folge des Ukrainekriegs und wegen der gleichzeitigen Revision mehrerer französischer Atomkraftwerke, stark angestiegen. Wann die Energiekrise enden und eine Preissenkung kommen wird, ist schwer vorauszusagen. Gerade Unternehmen mit einer energieintensiven Produktion, mit einem grossen Filialnetz oder mit viel Bürofläche spüren die Preisentwicklung besonders stark. Aber auch Privathaushalte beschäftigen sich mit der Frage, wie sie ihren Energieverbrauch reduzieren können. Wer die Kosten im Griff behalten will, ist deshalb gut beraten, ein nachhaltiges Energiemonitoring und ein Energieleitsystem einzuführen. Über den Spareffekt hinaus ergeben sich so auch ökologische Vorteile, indem zugleich der CO2-Ausstoss verringert wird. Eine klassische Win-Win-Situation.

zwei Männer vor einer Solaranlage
Links Beni Sax, CEO der pi-System und rechts Sandro Hunkeler, Projekt Manager bei der pi-System

Zuerst den Verbrauch eruieren

Um spürbar Energie sparen zu können, muss man als kleine oder grössere Firma aber zuerst den Verbrauch in den einzelnen Gebäuden kennen. Erst dann lassen sich aus den erhobenen Daten Sparpotenziale ableiten und sinnvolle Massnahmen ergreifen. Die pi-System GmbH, eine Konzerngesellschaft der BKW, kann mit intelligenter Gebäudeautomation und innovativen Managementsystemen Unternehmen unterstützen, die ihren Energiekonsum verringern möchten. Pi-System macht sich moderne Technik zunutze und vernetzt Gebäude und Infrastrukturen so, dass sie energetisch intelligent und effizient funktionieren. Dadurch wird der Energieverbrauch verringert und die Umwelt geschont.

Das Angebot von pi-System umfasst Beratung, Planung, Engineering und Wartung der Anlagen. Dabei kommen Softwarelösungen zum Einsatz, die alle Energieverbräuche in Gebäuden wie Elektro, Wasser, Kälte und Wärme erfassen und auswerten. Auf dieser Basis können dann Optimierungen und Einsparungen vorgenommen werden. Sandro Hunkeler, Projekt Manager bei pi-System, weist darauf hin, dass mit einem Gebäudeleitsystem auch verschiedene Objekte miteinander verglichen werden können. Während es bei kleineren Kunden vor allem um das Messen der Energie und um zwei, drei Optimierungsmassnahmen geht, profitieren grössere Kunden vielfach vom ganzen Spektrum der technischen Möglichkeiten. «Wenn zum Beispiel irgendwo das Licht ausfällt, geht die Notlichtanlage an und der Verantwortliche auf Kundenseite erhält die entsprechende Information als Alarm per E-Mail oder SMS», sagt Sandro Hunkeler. 

Alarm bei Abweichungen

Die pi-System GmbH kann aber auch aufzeigen, wenn Energie unnütz verbraucht wird. «Geht in einer Filiale die Beleuchtung am Abend nicht aus oder in der Nacht plötzlich an, dann wird das sofort entdeckt und gemeldet», erklärt der Projekt Manager. Ein anderes Beispiel betrifft die Tiefkühltruhen bei Grossverteilern. Diese brauchen in der Nacht weniger Strom als tagsüber während der Öffnungszeiten, weil sie nicht dauernd geöffnet und geschlossen oder manchmal sogar ganz offen gelassen werden. Wenn es hier zu einer Abweichung zum vorgegebenen Wert kommt, dann reagiert das System und schlägt Alarm. «Grundsätzlich stellen wir unseren Kunden Werkzeuge und Daten zur Verfügung, damit sie die Massnahmen für Energieeinsparungen umsetzen können», führt Sandro Hunkeler aus. Wenn man die Daten an einem zentralen Ort sammle, liessen sich Vergleiche anstellen, man sehe, wo die Ziele erreicht würden und wo nicht, und es sei erkennbar, wo es auffällige Abweichungen von der Norm gebe. 

Auch die Leistung von Photovoltaikanlagen und Lüftungen kann mit der Software von pi-System gemessen werden. Oder diejenige von Schnell-Ladestationen für Elektro-Autos. Diese können hohe Kosten durch Lastspitzen verursachen, wenn sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt benutzt werden. Ein Energiemanagementsystem ist auch sinnvoll, wenn ein Grossverteiler in einem Gebäude nicht nur eine eigene Filiale betreibt, sondern auch noch Ladenflächen untervermietet. Ein typisches Beispiel hierfür ist ein Einkaufszentrum. «In einem solchen Fall dient die Messung weniger dem Energiesparen. Im Vordergrund steht vielmehr die saubere Verrechnung der Energiekosten», sagt Sandro Hunkeler.

Lange Tradition der Energieoptimierung

Zwei Grosskunden von pi-System sind die Migros Ostschweiz und die Migros Luzern. Sie teilen sich einen übergeordneten Server für die Datenspeicherung. Mit den Möglichkeiten, den Energiebezug zu reduzieren, beschäftigt sich die Migros Ostschweiz nicht erst, seit die Diskussionen um Klimaschutz und Strommangellage in der Öffentlichkeit Fahrt aufgenommen haben. Bereits im Jahr 2004 wurde die erste Filiale energieoptimiert. Wie Franco Baumgartner, Fachspezialist Gebäudeleitsystem, sagt, sind dann Schritt für Schritt alle 140 Filialen der Migros Ostschweiz umgerüstet worden, weil sich die Bemühungen bewährt und sie Erfolg gehabt haben. «Heute werden überall die Heizung, die Lüftung, die Kühlung und die Beleuchtung mit einem sogenannten E3M-System gesteuert.» Damit lasse sich alles auf die Minute genau überwachen und steuern. «Fehler können wir so schnell erkennen und beheben», erklärt er. Für solche Einsätze stehen vor Ort sogenannte technische Hauswarte zur Verfügung. 

Mit dem Gebäudeleitsystem von pi-System kann die Migros Ostschweiz in allen Filialen in der Nacht automatisch die Temperatur senken und sie zu den Öffnungszeiten hin wieder erhöhen. Wenn die Läden geschlossen sind, etwa an Sonn- und Feiertagen, passt das System die Beleuchtung und die Temperatur ebenfalls an. Dabei werden auch Wetterprognosen berücksichtigt, um darauf eingestellt zu sein, wenn es plötzlich deutlich wärmer oder kälter werden sollte.  «Der erste Angestellte in der Filiale muss jeweils einfach seine Anwesenheit bestätigen, dann startet das System die Beleuchtung in drei Stufen», sagt Franco Baumgartner, der bei der Migros Ostschweiz an der Schnittstelle zur Firma pi-System tätig ist. Er selbst kann mit seinem Mobiltelefon jede einzelne Filiale überwachen und sofort sehen, wenn etwas nicht stimmen sollte. «So sind Fehler rasch erkennbar.» Und eine Änderung der Öffnungszeiten lässt sich genauso einfach anpassen.

«Jeder Umbau einer Filiale bringt im Zusammenspiel mit einem Gebäudeleitsystem eine Energieersparnis von ungefähr 20 Prozent im Vergleich zu vorher.»
Franco Baumgartner, Migros Ostschweiz

Investition lohnt sich

Wie viel Energie sich mit einem Gebäudeleitsystem von pi-System einsparen lässt, kann laut Franco Baumgartner nicht so einfach beziffert werden. Das sei im Falle des Kunden Migros Ostschweiz von Filiale zu Filiale unterschiedlich. «Dass sich die Investition aber lohnt, ist finanziell und umweltpolitisch ganz klar.» Man habe die Kosten jederzeit unter Kontrolle und könne auf eine Abweichung vom Normverbrauch sofort reagieren. Und auch der Fortschritt trägt seinen Teil bei: «Denn jeder Umbau einer Filiale bringt im Zusammenspiel mit einem Gebäudeleitsystem eine Energieersparnis von ungefähr 20 Prozent im Vergleich zu vorher», sagt Franco Baumgartner. In den meisten Filialen brauche es gar keine Heizung mehr, weil die Abwärme der Kälteanlage dafür genutzt werde. 

Grundsätzlich bietet pi-System kundenspezifische Lösungen an. Jeder Kunde, egal ob gross oder klein, kann entscheiden, was für ihn bei der Datenmessung relevant ist und wo er beim Messkonzept oder bei der Datenauswertung Unterstützung durch die pi-System GmbH wünscht. Grössere Kunden wie die Migros Ostschweiz und die Migros Luzern oder auch die Immobilienfirma PSP analysieren ihren Verbrauch jeweils selbst, erstellen ein eigenes Messkonzept und bestimmen, welche Daten sie miteinander vergleichen wollen. Bei kleineren gewerblichen Kunden oder Privathaushalten prüft die pi-System zunächst, wo eine Messung Sinn macht, und leistet dann Unterstützung beim Erstellen eines Konzepts samt Massnahmenkatalog. Den Kunden werden alle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, um den Energieverbrauch zu optimieren. Die Erstellung des nachhaltigen Messkonzepts ist sowohl bei Neubauten als auch bei bereits bestehenden Gebäuden möglich und sinnvoll, um für die energie- und umweltpolitischen Herausforderungen gewappnet zu sein.

Data Analytics: wie Gebäude sich selbst optimieren

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Ein Gebäude, das seine technischen Anlagen permanent selbst überprüft und verbessert? Was nach Hollywood klingt, wird im Herzen von Zürich gerade Realität. Mithilfe von Datenanalyse und künstlicher Intelligenz macht die BKW Building Solutions Gebäude nicht nur energieeffizienter, sondern zugleich auch komfortabler. Martin Suter, Operativer Leiter der swisspro Automation AG, und Bernhard Sax, COO der pi-System GmbH, erklären, wie das funktioniert.

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