Mammutprojekt

Für die BKW handelt es sich um das grösste Projekt seit dem Bau des Kraftwerks. Entsprechend sind Gesamtprojektleiter Stefan Klute und sein Team gefordert. «Was wir machen, ist Neuland für das ganze Umfeld», sagt Klute.


Die BKW leistet für die Schweiz Pionierarbeit.


«Das ist das spannendste Projekt in der Schweizer Nuklearbranche.» Er muss es wissen. In Deutschland und anderen Ländern war er schon an mehreren Rückbauten von Kernkraftwerken beteiligt.

Die BKW ist auf Kurs

Bereits 2013 hat die BKW entschieden, das KKM Ende 2019 abzuschalten. Seither planen Spezialisten die Stilllegung minutiös. Alleine die Zeitpläne für das Grossprojekt füllen ein ganzes Büro auf dem Gelände des KKM.


Alleine die Zeitpläne für das Grossprojekt füllen ein ganzes Büro.


Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Stilllegung war der 20. Juni 2018, als das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation die Verfügung für die Stilllegung erteilte. «Wir sind verfahrenstechnisch ebenso auf Kurs wie planerisch und finanziell», sagte BKW CEO Suzanne Thoma damals. Die BKW übernimmt sämtliche Kosten des Grossprojekts – von der Stilllegung des KKM bis zur Entsorgung der Abfälle. Sie hat die notwendigen Rückstellungen gebildet und zahlt die nötigen Gelder in die vom Bund kontrollierten Stilllegungs- und Entsorgungsfonds ein.

 

BKW produziert weiter Strom

Das KKM ist ein wichtiger Stromproduzent. Während der ganzen Betriebszeit hat es über 120 Milliarden Kilowattstunden produziert, was den heutigen Konsum einer Stadt wie Bern für mehr als hundert Jahre decken würde. Mit dem Abschalten von Mühleberg halbiert sich der von der BKW im Kanton Bern produzierte Strom.


Die BKW wird weiter zuverlässig Strom liefern – dank ihres diversifizierten Produktionsparks sowie ihrer schweizweiten und europaweiten Vernetzung.


Dank ihres diversifizierten Produktionsparks sowie ihrer schweizweiten und europaweiten Vernetzung wird die BKW ihre Kundinnen und Kunden auch in Zukunft zuverlässig mit Strom beliefern.

Wie wird das Kraftwerk stillgelegt?

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Wenn der Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Mühleberg am 20. Dezember 2019 endgültig eingestellt wird, beginnt unverzüglich der Rückbau.

Die Brennelemente werden ins zentrale Zwischenlager Würenlingen abtransportiert. Dann sind 98 Prozent der Radioaktivität aus dem KKM entfernt.

Sämtliche noch verbliebenen Anlagenteile, die mit Radioaktivität in Kontakt gekommen sind, werden demontiert.

Auf dem Gelände des KKM befinden sich keine radioaktiven Materialien mehr.

Das heutige KKM-Gelände kann wieder industriell oder als Naturraum genutzt werden.

Ein Blick zurück

«Wäutwyt ungerwägs – starch für Bärn»: 1972 ging das Kernkraftwerk Mühleberg ans Netz. In der Anfangszeit arbeiteten mehrheitlich Fachleute aus dem Ausland, etwa des US-Konzerns General Electric, im Kernkraftwerk. Den Rückbau führt die BKW nun grösstenteils mit eigenem Personal durch.


Den Rückbau führt die BKW grösstenteils mit eigenem Personal durch.


Für alle rund 300 Mitarbeitenden des KKM hat die BKW ein Arbeitsprofil für die Zeit nach der Abschaltung ausgearbeitet. Die oft langjährigen Mitarbeitenden kennen das Werk in- und auswendig, was vor Überraschungen schützt. Zusätzliche Fachkräfte werden situativ rekrutiert. Es sind vor allem internationale Experten, die bereits Erfahrungen mit dem Rückbau von Kernkraftwerken gemacht haben.

Viel Know-how vorhanden

Ein solcher Spezialist ist Joachim Dux. Seit 2016 arbeitet der Deutsche bei der BKW als Leiter Rückbau im KKM. Sein Team bereitet unter anderem den technischen Teil des Kraftwerkrückbaus vor. «Wir werden von einer 15-köpfigen Planungsabteilung zu einer operativen Abteilung mit rund 100 Leuten», sagt Dux.


Vom 15-köpfigen Planungsteam zur Abteilung mit 100 Leuten.


Als Abteilungs- und Gesamtprojektleiter war er während über 13 Jahren beim Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) tätig. Von dieser Arbeit kann Dux heute profitieren, denn es gibt zahlreiche Parallelen zu Mühleberg: seien es Demontage, Schutzmassnahmen oder auch Kontakte mit den Behörden.

 

Die lokale Wirtschaft profitiert

Den guten Kontakt zu Anwohnerinnen, Anwohnern und Behörden betont auch Stefan Klute: «Das ist für uns enorm wichtig, nicht nur für den Projekterfolg.» Die vier bisherigen Informationsveranstaltungen seien jeweils sehr positiv aufgenommen worden und waren ein idealer Ort, um mit allen involvierten Parteien im Dialog zu sein. Die Anwohnenden erhielten Infos aus erster Hand, unter anderem von BKW CEO Suzanne Thoma persönlich oder von den Direktoren des Bundesamts für Energie und des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats.


«Die Anwohnenden erhielten Infos direkt von BKW CEO Suzanne Thoma.»


Einen positiven Effekt haben die Stilllegung und der Rückbau des KKM auch auf die lokale Wirtschaft. «Wir sind ‹starch für Bärn› und werden mit lokalen Unternehmen zusammenarbeiten, wie etwa beim Ausbau respektive bei der Demontage der beiden Turbinen», sagt Stefan Klute.

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