Direktvermarktung

Die BKW übernimmt die Direktvermarktung des grössten Schweizer Windparks

Ab 2020 vermarktet die BKW den produzierten Strom des Windparks auf dem Mont Crosin. Sie stärkt damit ihre Position als Vermarkterin von erneuerbarer Energie.

Mit der Vermarktung des Stroms vom grössten Windpark der Schweiz vermarktet die BKW ab nächstem Jahr 48 Prozent der geförderten Windleistung in der Schweiz. «Damit festigen wir unsere Handelskompetenzen in der erneuerbaren Stromvermarktung auf Schweizer Boden», betont Adrian Renfer, Senior Originator und zuständig für die Direktvermarktung Schweiz bei der BKW. «Im Gegensatz zu Solar- und Kleinwasserkraftwerken ist der Strom aus Windkraftanlagen für den Stromhändler am schwierigsten zu prognostizieren», ergänzt Daniel Bohnenblust, Asset Manager Handel. «Deshalb haben wir bei der BKW den 24/7 Stromhandel weiter gestärkt und die meteorologischen Kompetenzen ausgebaut».
 

Bessere Produktionsprognosen

Um den Strom optimal am Markt abzusetzen, ist das Zusammenspiel zwischen der technischen Betriebsführung der JUVENT AG und dem Handel der BKW von zentraler Bedeutung. Martina Dabo, Verwaltungsratspräsidentin von JUVENT sagt: «Wir werden künftig die Daten über den Zustand der Windkraftanlagen in Echtzeit an den Handel der BKW liefern. So lässt sich die Produktionsprognose bis kurz vor Stromlieferung optimieren».

Insgesamt sind auf dem Mont Soleil und dem Mont Crosin im Berner Jura 16 Turbinen installiert. Davon sind 13 im Rahmen des Einspeisevergütungssystems vom Bund gefördert und der Strom muss somit ab 2020 direkt vermarktet werden.  Der Stromliefervertrag umfasst die Stromproduktion aus diesen 13 Windturbinen mit einer installierten Leistung von 31.2 Megawatt (MW) und einer jährlichen Strommenge von rund 60 Mio. Kilowattstunden (kWh). Dies entspricht einem Strombedarf von rund 13'500 Haushalten.

Die Direktvermarktung von erneuerbarem Strom ist eine Folge der Energiestrategie 2050. Besitzer von Kraftwerken ab 100 kW (500 kW für Bestandsanlagen), die über das Einspeisevergütungssystem (ehemals KEV) eine staatliche Förderung erhalten, müssen ihren Strom ab 1. Januar 2020 eigenständig Dritten verkaufen. Dadurch ist der KEV-Vergütungssatz für die Besitzer nicht mehr garantiert. Genau diese Lücke schliesst die BKW mit ihrem Angebot zur Direktvermarktung.
 

BKW vermarktet 5'500 MW erneuerbare Kraftwerksleistung

Bei der BKW als Stromversorgerin mit eigenen Produktionsanlagen gehört die Bewirtschaftung von Kraftwerken für erneuerbare Energie zum täglichen Geschäft und geniesst eine lange Tradition. Im Bereich der Direktvermarktung, also der für den Produzenten risikofreien Vollabnahme des Stroms von geförderten erneuerbaren Anlagen, ist die BKW europaweit seit 2012 tätig. Aktuell werden über 5'500 MW an erneuerbarer Kraftwerksleistung im Rahmen der Direktvermarktung in Deutschland, Italien, Frankreich und – seit April 2018 – auch in der Schweiz bewirtschaftet. Über 80 Prozent davon dienstleistend für Kunden mit einer installierten Leistung pro Park zwischen 120 kW bis 200 MW.

Nun heisst es auch bei der Windenergie in der Schweiz für die BKW: Die Zeit zum Handeln kommt!

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