Die Spannung steigt – auch im Berner Oberland

Ob im Haushalt, im Strassenverkehr oder im Unternehmen: Die Digitalisierung hält in allen Bereichen Einzug. Für den steigenden Energiebedarf – privat wie auch geschäftlich – muss auch das Netz bereit sein. In der Region Meiringen hebt die BKW nun die Spannung und macht das Netz damit stabil für die Zukunft.

Martin Hefti, Sie sind Projektleiter Verteilnetze im Berner Oberland. Die BKW erhöht im Sommer 2020 in der Region Meiringen, Hasliberg, Brienz, Axalp bis nach Goldswil die Spannung von 12 auf 16 Kilovolt. Warum ist dies nötig?
Martin Hefti: Dies hat verschiedene Gründe. Wir müssen künftig davon ausgehen, dass wir alle mehr Strom verbrauchen, beispielsweise wegen der laufenden Digitalisierung. Mit 12 kV ist dieser Verbrauch nicht mehr zu bewältigen. Ein Netz mit 16 kV ist viel stabiler und die Versorgung dadurch besser und sicherer. Im vorliegenden Fall profitieren auch die vielen Bergbahnen in der Region von der Spannungserhöhung: Falls diese ihre Anlagen erweitern ist ein starkes Netz ebenfalls wichtig.

Was ändert sich für die Kundinnen und Kunden wegen dieser Spannungserhöhung? 
Grundsätzlich nichts, ausser eben, dass die Versorgungssicherheit und -qualität künftig noch besser sein wird.

Wie sorgt die BKW dafür, dass die Kundinnen und Kunden nicht ohne Strom sind während der Umstellung?
Bei den eigentlichen Umschaltungen in den einzelnen Gemeinden muss der Strom jeweils während ein paar Stunden abgeschaltet werden. Damit die Betroffenen möglichst wenig davon spüren, werden wir diese Arbeiten während der Nacht ausführen. Tagsüber haben unsere Kundinnen und Kunden somit ganz normal Strom.

Im Zuge der Spannungserhöhung baut die BKW aktuell die Unterstation in Brienz, später auch jene in Meiringen, um. Gibt es einen Zusammenhang zur Spannungserhöhung?
Adrian Jungo, Projektleiter Anlagenbau: Ja, die Region wird hauptsächlich von Brienz und Meiringen aus versorgt. Die Unterstationen müssen also die neue Spannung liefern können. Da jene in Brienz noch aus dem Jahr 1973 stammt und auf 12 kV ausgerichtet ist, bauen wir diese komplett um. Die Meiringer Unterstation ist mit Jahrgang 2016 sehr neu. Diese müssen wir somit nur umstellen auf die neue Spannung.

Welchen Einfluss hat die Spannungserhöhung auf BKW Partner wie etwa Energieversorgungsunternehmen (EVU)?
Martin Hefti: Einen grossen. Sie führen an ihrem Netz dieselben Arbeiten aus wie wir. Auch sie müssen ihre Netze und Trafostationen anpassen. Wir arbeiten sehr eng mit den EVU zusammen, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. 
 
Der Umbau der Unterstationen und die Erneuerungen an den Netzleitungen bedeuten auch eine grosse Investition in die Region. Wie hoch sind die Kosten dieser Modernisierung? 
Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf 14 Millionen Franken. Allein die Netzertüchtigung kostet uns 6 Millionen Franken. Dazu kommen 8 Millionen für die Unterstationen.

Martin Hefti, Projektleiter Verteilnetze Berner Oberland
Adrian Jungo, Projektleiter Anlagenbau

350 Mio. Franken für das Netz im Berner Oberland

Die BKW investiert in den kommenden zehn Jahren rund 350 Millionen Franken ins Berner Oberland – auf der Nieder- und Mittel-, wie auch auf der Hochspannungsebene. Neben der Erneuerung von Unterstationen wartet, repariert und verstärkt die BKW laufend die Leitungen. Mit diesen Massnahmen sorgt die BKW auch weiterhin für hohe Versorgungssicherheit und -qualität. 

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