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Ergebnis geprägt von Sonderbelastungen und schwierigem Marktumfeld

Jahresmedienkonferenz 2012

Die BKW-Gruppe erwirtschaftete in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld im vergangenen Geschäftsjahr ein tieferes Betriebsergebnis als im Vorjahr. Die konsolidierte Gesamtleistung betrug 2’632.8 Mio. CHF, 5.6% weniger als im Vorjahr. Die tiefen Marktpreise zusammen mit dem starken Schweizer Franken und vor allem Sonderwertberichtigungen und -rückstellungen für neue fossil-thermische Kraftwerke führten zu einem Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) von 138.1 Mio. CHF. Bereinigt um die Sonderbelastungen beträgt das EBITDA 417.9 Mio. CHF und liegt damit 11.8% unter dem Vorjahreswert. Der positive Ergebnisbeitrag des Schweizer Versorgungsgeschäfts wurde durch die marktbedingten Mindereinnahmen im Handelsgeschäft, die tieferen Mengen in der Energieproduktion und die Sonderbelastungen mehr als kompensiert. Das rückläufige Finanzergebnis beeinflusste das Ergebnis zusätzlich negativ, was zu einem Reinverlust von 66.2 Mio. CHF führte. Der bereinigte Reingewinn beträgt 122.8 Mio. CHF, was einem Rückgang von 46.2% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die BKW erzielte im Geschäftsjahr 2011 eine konsolidierte Gesamtleistung von 2'632.8 Mio. CHF und liegt damit um 5.6% unter der Vorjahresperiode (2'788.1 Mio. CHF). Zu dieser Geschäftsentwicklung führten insbesondere die tieferen Strompreise, der starke Schweizer Franken sowie das anspruchsvolle wirtschaftliche Umfeld. Der Elektrizitätsabsatz der BKW-Gruppe ging 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 7.9% auf insgesamt 20'721GWh (22'507 GWh) zurück. Die Stromerzeugung verzeichnete ebenfalls eine Abnahme um 687 GWh auf 9'865 GWh (10'552 GWh). Die Produktion der Wasserkraftwerke fiel aufgrund der Trockenheit im Frühjahr und im Sommer mit 3'406 GWh tiefer aus als im Vorjahr (3'743 GWh). Wegen der Optimierungsarbeiten am Notstandsystem SUSAN war die Verfügbarkeit des Kernkraftwerks Mühleberg geringer als im Vorjahr. Insgesamt produzierten die Kernkraftwerke (inklusive Bezugsverträge) 5'373 GWh (5'921 GWh). Die höhere Erzeugung bei den neuen erneuerbaren Energien von 383 GWh (188 GWh) vermochte den erwähnten Produktionsrückgang nicht zu kompensieren. Das Kernkraftwerk Mühleberg wies trotz allem eine beachtenswerte Produktion von 2'494 GWh aus, 16.3% weniger als im Vorjahr (2'980 Mio. kWh).

Sonderbelastungen prägen Ergebnis
Im Rahmen der Abschlussarbeiten führte die BKW Werthaltigkeitsprüfungen ihrer Produktionsanlagen durch. Dabei wurde ein Korrekturbedarf von insgesamt -317.7 Mio. CHF identifiziert. Betroffen von diesen Sonderwertberichtigungen und -rückstellungen sind die neuen fossil-thermischen Produktionsanlagen in Wilhelmshaven sowie Livorno Ferraris und Tamarete. Bereinigt um diese Sonderbelastungen betrug das EBITDA 417.9 Mio. CHF und das Ergebnis vor Ertragssteuern 150.4 Mio. CHF. Der aus den Sonderwertberichtigungen und -rückstellungen resultierende Steuerertrag beläuft sich auf 128.7 Mio. CHF. Damit resultiert aus den Sonderbelastungen ein Nettoeffekt von -189 Mio. CHF auf das Jahresergebnis.

Gutes Schweizer Energiegeschäft - anspruchsvolles internationales Umfeld
Das Geschäftssegment Energie Schweiz steigerte die Gesamtleistung um 4.9% auf 2'262.8 Mio. CHF. Der Nettoumsatz mit externen Kunden verzeichnete bei einem stabilen Stromabsatz im Versorgungsgebiet eine leichte Zunahme von 2.1% auf 1'175.5 Mio. CHF. Die tiefere Eigenproduktion, die höheren Beschaffungskosten für Energie und auch die Belastung von nicht mehr werthaltigen Kosten von rund 14 Mio. CHF aus der Sistierung des Rahmenbewilligungsgesuches für Ersatzkernkraftwerke prägten aber das operative Betriebsergebnis (EBIT), welches sich um 31.1% auf 160.2 Mio CHF reduzierte. Zudem wurde im Vorjahr eine Rückstellung für belastende Verträge für die Energiebeschaffung von Partnerwerken von total 28.9 Mio. CHF aufgelöst, welche das Betriebsergebnis des Vorjahres positiv beeinflusst hatte. Der Vertrieb Schweiz steigerte den Stromabsatz geringfügig um 0.4% von 8'153 GWh auf 8'186 GWh. Das Geschäftssegment Energie International und Handel musste dagegen einen Rückgang der Gesamtleistung um 6.9% auf 2'072.1 Mio. CHF hinnehmen. Der Nettoumsatz mit externen Kunden reduzierte sich markt- und währungsbedingt um 15.8% auf 1'144.6 Mio. CHF. Der Erfolg aus dem Energieeigenhandel beträgt 20.0 Mio. CHF. Dieser Wert liegt um 21.0 Mio. CHF über dem Vorjahreswert und ist mit Blick auf das schwierige Marktumfeld positiv zu beurteilen. Der Vertrieb International erhöhte den Umsatz dank der Nutzung von Opportunitäten auf dem Ausgleichsenergiemarkt um 7.4% auf 213.6 Mio. CHF. Konjunkturbedingt hat die Absatzmenge jedoch abgenommen, von 1'838 GWh auf 1'630 GWh. Als bereinigtes Betriebsergebnis resultiert ein Verlust von 40.0 Mio. CHF (im Vorjahr wurde ein positives Betriebsergebnis von 44.7 Mio. CHF erzielt). Die Abnahme des bereinigten Betriebsergebnisses ist hauptsächlich auf die tiefen Energiepreise, den starken Schweizer Franken sowie auf die Verminderung des Spreads für Peak- und Offpeak-Energie infolge veränderter Marktstrukturen zurückzuführen.

Das Geschäftssegment Netze verbesserte die Gesamtleistung um 4.2 % auf 685.5 Mio. CHF. Davon entfallen 182.9 Mio. CHF auf das Netzdienstleistungsgeschäft mit externen Kunden, welches sich um 9.5 % steigerte. Das operative Ergebnis betrug 120.4 Mio. CHF. Zu diesem positiven Resultat haben sowohl das Dienstleistungs- wie auch das Infrastrukturgeschäft beigetragen, das sich trotz verschiedenster Herausforderungen kontinuierlich robust weiter entwickelt hat. Das operative Ergebnis hat sich im Vorjahresvergleich verdoppelt, was in erster Linie auf Sonderbelastungen des Vorjahres (Nachbelastungen und Rückstellungen im Jahre 2010 in der Folge von ElCom Entscheiden) in der Höhe von 51 Mio. CHF zurückzuführen ist.

Rückläufiges bereinigtes Betriebsergebnis und negatives Finanzergebnis
Das bereinigte konsolidierte EBIT von 232.0 Mio. CHF reduzierte sich um 101.5 Mio. CHF gegenüber dem Vorjahr. Geprägt von der Entwicklung an den Aktienmärkten, den höheren Finanzierungskosten und dem starken Schweizer Franken verschlechterte sich das Finanzergebnis im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 32.0 Mio. CHF auf - 88.3 Mio. CHF. Der grösste Einflussfaktor stammt von den Aktienerträgen auf den zu Marktwerten bilanzierten Wertschriften im Stilllegungs- und Entsorgungsfonds. Anstelle der Kursgewinne in der Vorperiode von 23.1 Mio. CHF, erzielten die staatlichen Fonds im Geschäftsjahr 2011 einen Verlust von 1.1 Mio. CHF. Der bereinigte Reingewinn der BKW reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr von 228.3 Mio. CHF auf 122.8 Mio. CHF. Dies entspricht einem Rückgang von 46.2%.

Kontinuierlicher Ausbau der Produktionskapazitäten - Weiterentwicklung der Organisationsstruktur
Im Berichtsjahr wurden die zur Stärkung der künftigen Marktposition der BKW-Gruppe nötigen strategischen Massnahmen und Projekte konsequent weitergeführt. In diesem Zusammenhang wurden namentlich im Ausland mehrere Kraftwerksanlagen im Bereich der neuen erneuerbaren Energien erworben. Aufgrund des veränderten Marktumfeldes sowie des zunehmenden Kostendrucks hat die BKW im Berichtsjahr die Erarbeitung eines konzernweiten Produktivitäts- und Kostensenkungsprogramms initiiert. Ziel des Programms ist es, die wirtschaftliche Positionierung der BKW auch unter den erschwerten Marktbedingungen aufrechtzuerhalten und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens für die Zukunft sicherzustellen. Neben der Erhöhung der Kosteneffizienz und der Steigerung der Produktivität wurden auch konzernweite Personalmassnahmen beschlossen. Diese sind gegenwärtig in Umsetzung. Der Stellenabbau geht einher mit der Anpassung der Organisations- und Prozessstruktur innerhalb der Geschäftsbereiche, wodurch die Nutzung von Synergiepotenzialen ermöglicht und die Produktivität sowie Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Zur Senkung der Kosten werden die Beschaffung von Drittleis-tungen sowie die Schnittstellen zu den Tochtergesellschaften optimiert. Der Übergang zur Holdingstruktur schritt im Betrachtungszeitraum planmässig voran.

Ausblick 2012
Die BKW rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem unverändert anspruchsvollen Marktumfeld mit weiterhin tiefen Energiepreisen und zusätzlichem Margendruck auf den internationalen Märkten. Zusammen mit den regulatorischen Vorgaben und einem weiterhin starken Schweizer Franken wird dadurch das operative Ergebnis auch im Geschäftsjahr 2012 belastet. Die Effizienzsteigerungen aus den initiierten Kostensenkungsmassnahmen werden noch nicht vollumfänglich wirken. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren und den weiterhin vorherrschenden Unsicherheiten, auch auf den Finanzmärkten, kann das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) als auch der Reingewinn im folgenden Geschäftsjahr deutlich von der Höhe der bereinigten Werte des Jahres 2011 abweichen.

Generalversammlung 2012
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 11. Mai 2012 eine Dividende von 1.00 CHF pro Aktie. Die Dividendenauszahlung erfolgt am 21. Mai 2012. Das Halbjahresergebnis wird am 13. September 2012 veröffentlicht.

Jahres- und Finanzbericht 2011 stehen zum Download bereit unter:
www.bkw-fmb.ch/jahresbericht11
www.bkw-fmb.ch/finanzbericht11

Die in diesem Text geäusserten Erwartungen und vorausschauenden Aussagen beruhen auf Annahmen und sind Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den in diesem Text geäusserten Erwartungen und vorausschauenden Aussagen abweichen. Dieser Text erscheint in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache. Massgebend ist die deutsche Version.

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