Vernetzung konkret: Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen BKW-Tochterunternehmen?

In einem moderierten Gespräch schildern Marc-Christian Vrielink von der Lindschulte GmbH sowie Robert Wendlinger von der AEP Planung und Beratung GmbH ihre Erfahrungen.

Marc-Christian Vrielink ist Geschäftsführer bei der LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft mbH mit Sitz in Nordhorn (Deutschland).

Robert Wendlinger ist Geschäftsführer bei der AEP Planung und Beratung GmbH mit Sitz in Schwaz (Österreich).

Herr Vrielink, seit gut 15 Monaten ist die Lindschulte GmbH ein Tochterunternehmen der BKW. Wie empfinden Sie rückblickend diese Zeit im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Unternehmen des Netzwerks der BKW Engineering?

Unser Unternehmen ist seit fast 50 Jahren erfolgreich am Markt tätig. Für uns hat mit dem Eintritt in die BKW Engineering ein neues Kapitel in der Firmengeschichte begonnen. Wir sind nun ein Teil eines starken Netzwerks. Daher ist es natürlich für uns wichtig zu wissen, welche Kompetenzen und Referenzen in diesem Netzwerk verfügbar sind und welche wir mit unseren eigenen Stärken sinnvoll ergänzen können. 

Für uns heißt es auch, neue Wege der Zusammenarbeit bei der Abwicklung von Projekten zu gehen – mit  weiteren Partnern.. Gegenseitiges Vertrauen in die Qualität und Leistungsbereitschaft des Partners sind dafür das A und O. Durch eine Vielzahl von Aktivitäten im BKW-Verbund – wie z.B. Treffen oder gemeinsame Projektarbeit – hatten wir die Gelegenheit, unsere Schwestergesellschaften besser kennen zu lernen und das erforderliche Vertrauen aufzubauen.

Herr Wendlinger, seit April 2017 ist Ihr Unternehmen Teil des BKW-Netzwerks. Mittlerweile starten Sie eine Zusammenarbeit  mit der deutschen Lindschulte im Bereich der hydrodynamischen Kanalnetzberechnung zusammen. Was sind aus Ihrer Sicht dabei die besonderen Herausforderungen? 

Besondere fachliche Herausforderungen sehe ich eigentlich nicht, da die Gesetze der Hydrodynamik keine Ländergrenzen kennen. Zudem haben wir volles Vertrauen in die Kompetenzen der Lindschulte, und können vor allem unsere gemeinsamen Kompetenzen mit verstärkten Kapazitäten nutzen. 

Interessant ist aus meiner Sicht die länderübergreifende Zusammenarbeit. Bislang waren wir es gewohnt, unsere Projekte mehrheitlich mit österreichischen Projektpartnern zu planen. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit unserer Schwestergesellschaft Lindschulte, sind wir in der spannenden Situation, mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland zu arbeiten. Sicher, wir sprechen alle eine gemeinsame Sprache – fast zumindest... Die Mentalitäten sind aber schon etwas verschieden. Dies erfordert auf beiden Seiten eine gewisse Offenheit der Mitarbeitenden. 

Auch wenn es sich zunächst um ein kleineres Projekt handelt, hilft uns dieses Pilotvorhaben dabei, die unterschiedlichen lokalen Besonderheiten und Arbeitsweisen zu verstehen und die Experten miteinander zu vernetzen. Wir sehen in dieser neuen Form der Kooperation eine große Chance, flexibler am Markt zu agieren und auf diese Weise unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. 

Herr Vrielink, die Firma Lindschulte ist – wie die anderen Tochtergesellschaften des BKW-Netzwerkes – in der glücklichen Situation, viele Anfragen zu haben – mehr als Sie mit Ihren Mitarbeitenden abdecken können. Warum ist dann aus Ihrer Sicht die Zusammenarbeit mit den anderen Tochterunternehmen trotzdem sinnvoll?

Ja, wir freuen uns sehr über die komfortable Situation der sehr guten Auslastung. Und man könnte fast meinen, eine Zusammenarbeit mit den anderen Unternehmen braucht man nicht. Es gibt aus meiner Sicht jedoch drei wesentliche Aspekte, die zwingend für die fachliche Vernetzung mit den Unternehmen der BKW Engineering Gruppe sprechen: 

  1. Die Expertise und die Innovationen im BKW-Netzwerk versetzen uns in die Lage, neue Geschäftsmöglichkeiten z.B. in Form von sektorübergreifenden Projekten zu erschließen. Zudem können wir mit dem erweiterten Serviceportfolio auch bei unseren Bestandskunden punkten.
  2. Wir können mit Hilfe der Kundenzugänge unserer Schwestergesellschaften neue regionale Märkte erschliessen, wie wir dies aktuell im Fall der Kanalnetzberechnung mit unserer Schwester AEP angehen. Indem wir unsere Dienstleistungen miteinander vernetzen, schaffen wir sowohl für den Kunden als auch für uns alle einen Mehrwert.
  3. Vom Geschäftserfolg eines BKW-Tochterunternehmens können auch die anderen profitieren. Aussagekräftige Referenzen und Projekterfolge stärken unsere Position am Markt.

Oder kurz gesagt: Mit der Vernetzung machen wir aus vielen starken Einzelunternehmen einen zukunftsfähigen Verbund – daran sollten wir alle Interesse haben.

Herr Wendlinger, wie entstand die Zusammenarbeit mit Lindschulte konkret? Wie finden die Tochterunternehmen generell zueinander?

Die Zusammenarbeit im Bereich Kanalnetzberechnung resultierte aus einem gemeinsamen Workshop zur fachlichen Vernetzung, der – initiiert von der BKW – Ende Juni dieses Jahres in Frankfurt am Main stattfand. In den Gesprächen zeigte sich, dass die Lindschulte genau das bietet, was wir suchen. Daher werden wir die Lindschulte-Leistungen zu einem festen Bestandteil unseres Portfolios machen. Und umgekehrt bringen wir unsere Kompetenzen und Kontakte im Bereich Erdgasversorgung bei Lindschulte ein, beispielsweise beim Aufbau einer strategischen Partnerschaft für die Planung von Pipeline-Projekten in Deutschland.

Deshalb begrüße ich, dass die BKW-Kollegen die Vernetzung aktiv vorantreiben – auch wenn wir zurzeit nicht alles so schnell umsetzen können wie wir gerne möchten. Die Aktivitäten helfen uns dabei, unsere Gruppe besser kennen zu lernen, gemeinsame Interessen zu identifizieren und neue Kundenzugänge zu eröffnen. Wie Herr Vrielink schon sagte – in der Zukunft werden wir von den neuen Geschäftsmöglichkeiten profitieren.

Abschliessend Herr Wendlinger und Herr Vrielink, welche Hausaufgaben müssen für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Unternehmensverbund BKW Engineering noch erledigt werden?

Wendlinger: Eine große Aufgabe besteht darin, einerseits die Identitäten der einzelnen Gesellschaften zu bewahren und andererseits ein ganzheitliches Wir-Gefühl über alle Unternehmen und Ebenen hinweg zu schaffen. Wir müssen die gedanklichen Schranken der Einzelgesellschaft aus dem Kopf bekommen und uns als Bestandteil eines grossen Netzwerkes verstehen. Ich denke aber, dass wir bereits auf einem sehr guten Weg sind. Er wird viele weitere kleine und große Schritte erfordern; dieser Newsletter ist einer davon.

Vrielink: Dem möchte ich mich anschliessen: Wir müssen unsere Denkmuster verändern – über unser angestammtes Geschäft und unsere Region hinaus. Das braucht Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Wir müssen das Umdenken über alle Stufen hinweg immer wieder treiben, so wie wir es heute schon mit Unterstützung des BKW-Teams tun.

 

 

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