«Engineering hat in unserem Unternehmen eine lange Tradition»

Die BKW ist im Wandel von der Energieversorgerin zur integrierten Energie- und Infrastrukturdienstleisterin. Das Unternehmen hat eine lange Tradition: Seit über 120 Jahren ist die BKW mit Sitz in Bern erfolgreich am Markt unterwegs. In dieser Zeit musste sich die BKW immer wieder neu erfinden und Pionierarbeit leisten. Hermann Ineichen, Leiter Produktion und Mitglied der Konzernleitung der BKW, sowie Michael Schüepp, Leiter BKW Engineering, erläutern uns im Interview, warum der Aufbau des BKW Engineering ein wichtiger Schritt ist.

13 Tochterunternehmen, knapp 40 Standorte, über 130 Millionen Euro Umsatz und rund 1300 Mitarbeitende: Das sind die Fakten zum Engineering-Netzwerk, welches die BKW innerhalb von gut zwei Jahren aufgebaut hat. Was hat die BKW vor mit dem Engineering? 

Hermann Ineichen: Wir verfolgen nun seit gut drei Jahren eine klare Strategie, die auf drei Geschäftsfeldern beruht: Energie stärken, Netze entwickeln und Dienstleistungen ausbauen. Wir diversifizieren unser Geschäft mit dem Ziel, dass alle drei Geschäftsfelder in einigen Jahren einen gleich hohen Beitrag zum Jahresergebnis der BKW Gruppe beisteuern. Zu einem wichtigen Teil des Dienstleistungsgeschäfts ist das BKW Engineering bereits heute geworden – und wir bauen dieses nach und nach weiter zu einem starken Netzwerk in der DACH-Region aus.

Wie passt das Ingenieurgeschäft zum Kerngeschäft der BKW?

Hermann Ineichen: Dank unserer 120-jährigen Erfahrung mit der Planung und dem Bau von Kraftwerken und Stromleitungen ist die BKW seit jeher ein Ingenieur-Unternehmen. Auf diese Erfahrungen bauen wir und verbinden, was gut zusammenpasst. 

Michael Schüepp: In den letzten zwei Jahren haben wir im Engineering-Netzwerk Kompetenzen in neuen Disziplinen hinzugewonnen – wie zum Beispiel im Hoch- und Tiefbau, der Geotechnik oder der Vermessung. Damit können wir unsere angestammten Kompetenzen im Bereich Energie mit dem Erfahrungsschatz unserer Tochtergesellschaften im Infrastruktur- und Ökologiebereich zusammenbringen. 

Sie sprechen von einem Engineering-Netzwerk. Warum ist die Vernetzung so wichtig?

Michael Schüepp: Unsere Kunden möchten sich heute nicht mehr mit den einzelnen Disziplinen und mehreren Anbietern beschäftigen, sondern suchen ganzheitliche Lösungen aus einer Hand. Durch die Verknüpfung von Know-how und die überregionale Zusammenarbeit bieten sich neue Möglichkeiten, um attraktive Projekte mit darauf zugeschnittenen Kompetenzen und Referenzen zu gewinnen. So können wir neue Märkte erschliessen und alle Disziplinen in unseren Tätigkeitsfeldern Energie, Infrastruktur und Ökologie in der gesamten DACH-Region anbieten. Vernetzung ist damit unsere oberste Priorität. 

Gibt es bereits Beispiele, wie vernetzte Zusammenarbeit gelebt wird?

Michael Schüepp: Ja, da gibt es bereits einiges: Im vierteljährlichen Austausch, dem sogenannten Steering Board, arbeiten die Geschäftsführer gemeinsam an der strategischen Ausrichtung des Engineering-Netzwerks. Über unsere Austauschplattform «Starmind» haben sich bereits 400 Mitarbeitende vernetzt und teilen miteinander ihre Ideen, ihr Wissen und ihre Kompetenzen. Im Juni 2017 haben wir zudem eine Kampagne lanciert, um firmenübergreifend neue Kolleginnen und Kollegen für unser Netzwerk zu gewinnen. Hier lohnt sich das Engagement jedes einzelnen, denn bei erfolgreicher Neueinstellung von Freunden oder Bekannten warten 1‘000 Euro auf vermittelnde Mitarbeitende. Nicht zuletzt tragen wir mit diesem Newsletter interessante Projekte und Initiativen aus dem gesamten BKW Engineering zusammen – und zwar von allen, für alle.

Wird das Engineering-Netzwerk noch wachsen?

Hermann Ineichen: Wir haben den Anspruch, im deutschsprachigen Raum zu einer führenden Energie- und Infrastrukturdienstleisterin zu werden und bei der Vergabe von ganz grossen Projekten erste Wahl zu sein. Dafür werden wir noch weiter wachsen und unser Netzwerk punktuell ergänzen – dort wo uns noch Know-how und Marktzugang fehlen. Die Ingenieurs- und Planungsbranche befindet sich in einer Umbruchphase, in der Konsolidierung und Internationalisierung weiter zunehmen. Durch ein starkes Netzwerk, in welchem wir unsere Fachkompetenzen überregional teilen und die Vorteile unserer Grösse nutzen, bereiten wir uns auf eine chancenreiche Zukunft vor.

Wird sich für Mitarbeitende und Unternehmen durch die neue Eigentümerin etwas ändern?

Michael Schüepp: Beim Aufbau unseres Engineerings setzen wir neben der Vernetzung weiterhin auf die Regionalität: Die Unternehmen behalten ihre Marke, werden von den bisherigen Geschäftsführern geleitet und setzen ihre vielfältigen Erfahrungen wie bisher für ihre Kunden ein. Dass wir nun frühere Konkurrenten miteinander verbinden, kommt uns allen und unseren Kunden zugute: Spannende Projekte, interessante Karrieremöglichkeiten und professionelle Konzerndienstleistungen sind nur einige Beispiele der zahlreichen Vorteile unseres Konstrukts. Für mich persönlich stehen zufriedene Mitarbeitende, zufriedene Kunden und ein angemessener Gewinn, um weiterhin in Innovationen investieren zu können, im Zentrum unseres Tuns.

Hermann Ineichen: Die Unternehmen in unserem Netzwerk sind seit Jahrzehnten erfolgreich. Dies soll auch so bleiben. Gemeinsam denken wir noch einen Schritt weiter und wollen Lösungen schaffen für eine lebenswerte Zukunft: Für unsere Kunden, unsere Mitarbeitenden und die Gesellschaft. Das ist unsere Motivation – das ist, was uns antreibt.

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