Wie entwickelt sich der Strompreis 2018?

Den optimalen Zeitpunkt für die Strombeschaffung zu finden bleibt sowohl für Energieversorger wie auch für Firmen mit entsprechendem Strombedarf eine Herausforderung. Die Preisturbulenzen verunsichern und erschweren den Einkauf. Ob ein Deal auf lange Sicht immer noch lukrativ erscheint oder für Kopfschmerzen sorgt, hängt vom Angebot und von der Nachfrage ab. Wir wagen einen Blick auf die Strompreisentwicklung in diesem Jahr.

Jahrelang kannte der Strompreis nur eine Richtung: nach unten. Doch dieser Trend hat sich im Verlaufe des Frühjahrs 2016 gedreht. Verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass wir heute einen deutlichen Anstieg des Strompreises verzeichnen.

Warum ist der Strompreis seit 2016 gestiegen?

Die Haupttreiber für diese Entwicklung waren die steigenden Kohle- und Emissionspreise. Die Probleme im französischen Nuklearpark und die Verhandlungen über einen frühzeitigen Kohleausstieg in Deutschland haben ebenfalls zum Preisanstieg beigetragen. Die Emissionspreise sind stark politisch getrieben. Bei der Kohle haben die starke Nachfrage aus China und die verbesserte Weltkonjunktur zu einem Preisanstieg von 90 Prozent seit Februar 2016 geführt.

Welche Faktoren beeinflussen den Strompreis 2018?

Grundsätzlich hält der Aufwärtstrend weiterhin an. Das Stromjahr 2018 wird verstärkt von der Gestaltung der Energiewende durch die neue deutsche Regierung geprägt sein. Sowohl die Geschwindigkeit des Kohleausstiegs als auch der weitere Ausbau der erneuerbaren Energie und der Netze werden die Angebotsseite künftig bestimmen und folglich einen wesentlichen Einfluss auf die hinteren Stromkontrakte ausüben. Wir erwarten im Laufe des Jahres eine Entscheidung durch die neue Regierung.

Nach Jahren des Nettozubaus an thermischen Kapazitäten verzeichneten wir im vergangenen Jahr einen Abbau. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren, insbesondere ab 2021, weiter fortsetzen. Der Abbau an Atom- und Kohlekapazitäten wird voraussichtlich durch Gaskraftwerke (teilweise) kompensiert werden, um die schwankende Einspeisung des erneuerbaren Stroms auszugleichen.

Unterjährig dürften mit der Schneeschmelze zwischen April und Juni die Spotpreise aufgrund der sehr hohen Schneedecke unter Druck bleiben. Ein Fragezeichen ist aber hinter die Verfügbarkeit der französischen AKWs zu setzen. Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN hatte ab Herbst 2016 verschiedene Unregelmässigkeiten in mehreren AKWs festgestellt. Die Untersuchungen im Rahmen der Wartungsarbeiten könnten jedoch noch bis Ende 2018 andauern.

Gegen Ende 2017 stieg der Stromkontrakt für das Jahr 2019 noch mal deutlich an. Das liegt hauptsächlich an einem weiteren Preisanstieg auf den globalen Kohlemärkten. Im Januar und Februar 2018 lagen die Temperaturen deutlich über der Norm, was zu tieferen Spotpreisen führte. Diese Entwicklung führte zu abnehmenden Risikoprämien in den Forward-Kontrakten.

Dazu kam im ersten Quartal eine Korrektur im globalen Kohlemarkt, was ebenfalls zu sinkenden Strompreisen führte. Seit Februar sind wir nun in einer Seitwärtsbewegung. Weiter fallende Kohlepreise wurden durch einen starken Anstieg in den CO2-Preisen kompensiert.

Aktuell befinden wir uns in einer Konsolidierungsphase. Der längerfristige Aufwärtstrend bleibt aber weiterhin intakt.

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