Finanzkontrolle: Die Kostenstudie 2016 ist transparent und nachvollziehbar

Alle fünf Jahre werden die Kosten für die Stilllegung der Kernkraftwerke und die Entsorgung der Abfälle neu geschätzt. Diese sogenannte Kostenstudie wurde seit 2016 von nationalen und internationalen Experten überprüft. Seit heute liegt nun auch der Bericht der eidgenössischen Finanzkontrolle vor. Philipp Hänggi, Leiter Nuklear bei der BKW, erklärt zentrale Erkenntnisse des Berichts.

Philipp Hänggi, zu welchen Schlüssen kommt die eidgenössische Finanzkontrolle nach der Prüfung der Kostenstudie 16?
Philipp Hänggi: Bei der Lektüre sind für mich zwei Punkte besonders hervorgestochen. Erstens hält die Finanzkontrolle klar fest, dass der Erstellungsprozess wie auch die Überprüfung der Kostenstudie 16 nachvollziehbar und transparent sei. Damit schliesst sich die Finanzkontrolle den zehn nationalen und internationalen unabhängigen Experten an, die alle zu diesem Ergebnis kamen. Die Kostenstudie ist solide und belastbar. Und zweitens kommt die Finanzkontrolle zum Schluss, dass der generelle Sicherheitszuschlag von 30 Prozent, der nach der letzten Kostenstudie eingeführt wurde, nicht mehr angemessen ist. 

Wieso?
Weil sich die Methodik der Kostenstudie zwischen 2011 und 2016 grundlegend geändert hat. Die neue Kostenstudie berechnet die Basiskosten für die Stilllegung und Entsorgung und berücksichtigt nun zusätzlich explizit und umfassend auch Risiken. Dies, indem auf den Basiskosten auch Zuschläge für Prognoseungenauigkeiten und Gefahren eingerechnet werden. Dadurch wird der generelle Sicherheitszuschlag auf den Basiskosten überflüssig. Denn dieser wurde nur eingeführt, um diese Prognoseungenauigkeiten und Gefahren abzudecken.

Welches sind nun die nächsten Schritte?
Zentrale Weichen werden nun bei der anstehenden Revision der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung gestellt. Hier legt der Bundesrat die Rahmenbedingungen für die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds fest. Dabei müssen die Erkenntnisse aus der Kostenstudie 2016 berücksichtigt werden und der generelle Sicherheitszuschlag gestrichen werden. Denn die Kostenstudie 2016 hat allfällige Sicherheitszuschläge bereits eingerechnet. Zusätzliche rein politisch motivierte Zuschläge und Worst-Case-Schätzungen sind in unseren Augen unnötig und schädlich. Denn sie binden Gelder, die nicht für Investitionen in die Energiezukunft zur Verfügung stehen.

Unter diesem Link finden Sie den Bericht der eidgenössischen Finanzkontrolle

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