Direktvermarktung

Die BKW gibt KEV-Produzenten in der Schweiz die Preissicherheit zurück

Produzenten von erneuerbarem Strom konnten sich bisher auf sichere Erträge aus dem Topf der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) verlassen. Doch für Betreiber grösserer Anlagen läuft die KEV in der bisherigen Form bald aus. In Zukunft erhalten Sie zwar noch eine Einspeiseprämie – doch den Verkauf Ihres Stroms müssen sie selber organisieren.

Seit dem 1. April 2018 bewirtschaftet die BKW in der Schweiz den Strom aus KEV-Anlagen im Rahmen der neu geschaffenen Direktvermarktung. Produzenten mit Anlagen ab 500 kW können ihren Strom nun direkt an die BKW verkaufen. «Im Idealfall erhält der Produzent über die Direktvermarktung bei der BKW und mit der neuen Einspeiseprämie in Summe mehr, als was er über den fixen KEV-Vergütungssatz verdienen würde. Und dies unabhängig davon, wo er die Anlage in der Schweiz errichtet hat», betont Adrian Renfer, Verantwortlicher für die Direktvermarktung Schweiz bei der BKW.

Die risikofreien KEV-Erlöse laufen aus
Die im Jahr 2009 eingeführte KEV fördert erneuerbaren Strom mit einer fixen Vergütung. Der garantierte Strompreis und die damit verbundene langfristige Investitionssicherheit haben in den letzten Jahren eine zentrale Rolle für den Zubau bei den Erneuerbaren gespielt.

Mit dem neuen Energiegesetz, dass seit 1. Januar 2018 in Kraft ist, sind jedoch die Tage der risikofreien KEV-Erlöse für Produzenten von gefördertem erneuerbaren Strom gezählt. Das bis anhin bekannte System der kostendeckenden Einspeisevergütung wird zum kostenorientierten Einspeisevergütungssystem mit Direktvermarktung umgewandelt (nach wie vor KEV genannt). Dabei bleibt die KEV-Förderung in Form einer Einspeiseprämie bis zum Auslaufen der Vergütungsdauer erhalten. Die Differenz von der Einspeiseprämie zum höheren bisherigen KEV-Vergütungssatz muss der Produzent jedoch selbständig über die Direktvermarktung seines Stroms erwirtschaften. Betroffen sind Betreiber von Anlagen mit einer Leistung ab 500 kW, die bereits eine Einspeisevergütung nach bisherigem Recht erhalten, sowie Betreiber von Anlagen ab 100 kW, die neu ins Einspeisevergütungssystem aufgenommen werden.

"Die betroffenen Produzenten stehen vor finanziellen Unsicherheiten. Auch im eigentlich unantastbaren und sicheren Hafen der KEV werden die Bedingungen rauer", so Adrian Renfer, Originator im Handel der BKW.

Spätestens ab dem 1. Januar 2020 sind die erwähnten Produzenten von Gesetzes wegen verpflichtet, ihren Strom selber am Markt zu verkaufen. Doch bei der Vermarktung fallen aufwändige Modalitäten an: Zum Beispiel müssen sie die voraussichtliche viertelstündliche Stromeinspeisung der Anlage am Folgetag angeben und Abweichungen zur tatsächlichen Einspeisung teuer am Ausgleichsenergiemarkt einkaufen. 

Die BKW kauft den Strom und übernimmt die Risiken
An diesem Punkt setzt die BKW mit der Direktvermarktung an. Sie kauft den Produzenten den KEV-Strom ab und entlastet sie damit von allen weiteren Aufgaben und Risiken. "Wir geben den Produzenten die Preissicherheit zurück. Sie müssen weder den aktuellen Marktpreis im Auge behalten noch für Vermarktungskosten aufkommen", sagt Adrian Renfer.

Bei der BKW als Stromversorgerin mit eigenen Produktionsanlagen gehört die Bewirtschaftung von erneuerbaren Kraftwerken zum täglichen Geschäft und geniesst eine lange Tradition. Im Bereich der Direktvermarktung, also der für den Produzenten risikofreien Vollabnahme des Stroms von geförderten erneuerbaren Anlagen, ist die BKW europaweit seit 2012 tätig. Aktuell werden rund 5 GW an erneuerbarer Kraftwerksleistung im nahen Ausland bewirtschaftet. Über 90% davon dienstleistend für Kunden.

Nun heisst es auch in der Schweiz: Die Zeit zum Handeln kommt!

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