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«Das ist ein grosser Schritt für uns»

Durch die Akquisition der LTB Leitungsbau GmbH fasst BKW Infra Services erstmals Fuss im Ausland und stärkt die Tätigkeit im Freileitungsbau. Was dies bedeutet, beantwortet Werner Sturm, CEO BKW Infra Services, im Interview.

Mit der LTB übernimmt die BKW Infra Services erstmals ein Unternehmen im Ausland. Was waren die Beweggründe dazu? Ein Strategiewechsel?

Das ist eine konsequente Fortführung unserer Strategie. Seit BKW bei der Arnold AG vor rund 15 Jahren eingestiegen ist, hat sich die Arnold AG in der Schweiz zu einer Gruppe entwickelt und ist massiv gewachsen – von rund 200 Mitarbeitenden auf rund 1000 Mitarbeitende mit einem Umsatz von heute rund 200 Millionen Franken in der Schweiz. Heute zählt die Arnold-Gruppe damit zu den grössten Netzbau-Unternehmen in der Schweiz. Damit verbunden stossen wir in gewissen Themen am Markt auch auf Grenzen. Und da heraus haben wir mit dem Verwaltungsrat die Gedanken und Ideen für einen «nächsten Schritt» geprüft.

Und wieso gerade Deutschland?

Ein Schritt über die Grenze bedeutet immer eine Herausforderung. Andere Märkte, neue Kunden, andere Regularien, usw. – und gegebenenfalls auch andere Sprachen. Das wollten wir uns nicht alles auf einmal zumuten. Daher lag für uns auf der Hand, zuerst einmal die Märkte zu analysieren, deren Sprache wir auch gut kennen: Und was liegt da näher als Deutschland und Österreich. Also die Expansion in den sogenannten DACH-Markt zu prüfen.

Hinzu kommt, dass speziell in Deutschland im Bereich Hochspannung der Markt aktuell und in den kommenden Jahren im wahrsten Sinne des Wortes «sehr spannend» ist. Es besteht aufgrund der forcierten Energiewende ein massiver Ausbaubedarf an Übertragungsnetzen (Thema Nord-Süd Achsen). Von dem her sind wir überzeugt, dass dieser Schritt zum richtigen Zeitpunkt gewählt wurde.

Die LTB ist mit 400 Mitarbeitenden ein Marktleader im Freileitungsbau. Übernehmen deutsche Arbeitskräfte nun die Arbeit der Schweizer Monteure?

Hier schätzen wir die Situation ganz anders ein: In Deutschland herrscht in dieser Branche aktuell ein immenser Nachholbedarf und entsprechend ein hoher Auftragsbestand. Die neuen Kollegen werden gar keine Zeit finden, hier in der Schweiz zum Einsatz zu kommen. Aber wir sehen ein grosses Potenzial, die unterschiedlichen Erfahrungen zusammen zu bringen und uns damit gegenseitig zu stärken. Hier werden wir den Austausch, auch auf operativer Ebene, sicher gezielt fördern.

Die LTB ist die grösste Akquisition in der Gruppe BKW Infra Services. Hat dies organisatorische Auswirkungen?

Es ist in der Tat ein grosser Schritt für uns mit entsprechenden Auswirkungen. Damit wird es auch Anpassungen an der Organisation in der Schweiz geben: Die Kompetenzmarke BKW Infra Services nimmt nun konkretere Formen an. Es entsteht eine Gruppen-Leitung mit zwei Landes-Teams (CH und DE). Diese wird auch durch einen ausgewiesenen Branchenkenner und Fachmann ergänzt – in der Person von Sven Behrend. Damit verbunden ist auch ein Stabswechsel in der Leitung der Arnold-Gruppe in der Schweiz. Konkret werde ich die Leitung an Stefan Iseli übergeben und mich auf die Gruppenleitung und die weitere Entwicklung konzentrieren.

Die bisherigen Unternehmen wurden als Tochtergesellschaft in die Gruppe integriert. Wie ist die Integration der LTB geplant?

Wir haben uns gut überlegt, wie wir hier die Anbindung und Integration umsetzten sollen. Unsere bisherigen Schweizer Tochterfirmen haben wir alle innert maximal zwei Jahren sehr einheitlich (BackOffice, inkl. Systeme) integriert – wovon heute alle profitieren. Sowohl aufgrund der Grösse, als auch der formalen und regulatorischen Unterschiede haben wir uns bei der LTB nun für einen anderen Weg entschieden: Wir werden die Unternehmung als Schwester zur Arnold-Gruppe steuern und weiter ausbauen.

Wie ist dieser Schritt mit LTB über die Grenze in Bezug auf die Zukunft einzuordnen?  Geht das nun noch weiter?

Wir freuen uns sehr, mit der LTB einen ersten und markanten Schritt realisieren zu können. Der Markt in Deutschland ist gross – damit muss eine Akquisition auch ein gewisses «Format und Gewicht» haben, um von den Kunden wahrgenommen zu werden. Wir erachten diese als «ersten Schritt» – quasi einen «Ankerwurf». Und freuen uns darauf, die LTB und den Markt in Deutschland und auch in Österreich nun gezielt gemeinsam weiter zu entwickeln.

Medienmitteilung vom 9. Oktober 2019

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