Die BKW ist die erste Betreiberin in der Schweiz, die ein Kernkraftwerk stilllegt. Ab 2034 kann das Areal industriell oder als Naturraum neu genutzt werden. Bis dahin steht noch viel Arbeit an. Nach langjähriger Planung bauen wir das Kernkraftwerk Mühleberg seit Anfang 2020 zurück – Schritt für Schritt, von innen nach aussen. 

2013 bis Ende 2019: Leistungsbetrieb und Stilllegungsplanung

Schon im Oktober 2013 haben wir uns aus unternehmerischen Gründen entschieden, das Kernkraftwerk Mühleberg (KKM) bis Ende 2019 zu betreiben und es anschliessend stillzulegen. So hatten wir Zeit, um uns auf die erste Stilllegung eines Schweizer Leistungsreaktors vor-zubereiten. 

 

Im Jahr 2020: Beginn des Rückbaus

Nach der endgültigen Einstellung des Leistungsbetriebs am 20. Dezember 2019 hat der Rückbau am 6. Januar 2020 unverzüglich begonnen. Um Platz für die Materialbehandlung zu schaffen, haben wir im Maschinenhaus nicht mehr benötigte Anlageteile entfernt. Im Reaktorgebäude haben wir mehrere Tonnen Material oberhalb des Reaktors entfernt und alle Brennelemente vom Reaktor ins Brennelementlagerbecken verlagert. Dort klingen sie einige Jahre ab. Mit der Inbetriebnahme der unabhängigen Kühlung des Lagerbeckens gilt das KKM als «endgültig ausser Betrieb genommen». 

2021 bis 2024: nuklearer Rückbau und Abtransport der Brennelemente 

Wo bereits möglich, führen wir Demontagetätigkeiten im Reaktorgebäude durch. Die stark radioaktiven Komponenten aus dem Inneren des Reaktors werden unter Wasser zerlegt und verpackt. Gleichzeitig schaffen wir im Maschinenhaus weiter Platz und reinigen darin radioaktiv verunreinigtes Material. Ab 2022 transportieren wir die Brennelemente vom Brennelementlagerbecken ins zentrale Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen, bis Ende 2024 keine Brennelemente mehr im KKM vorhanden sind. 

2025 bis 2030: nuklearer Rückbau 

Ab 2025 werden sämtliche noch verbliebenen Anlageteile, die mit Radioaktivität in Kontakt gekommen sind, demontiert. Dazu gehören zum Beispiel der Reaktordruckbehälter, Teile des Sicherheitsbehälters oder auch das nicht mehr benötigte Brennelementlagerbecken. Alle demontierten Komponenten werden im Maschinenhaus sortiert, falls möglich gereinigt, auf Radioaktivität überprüft und verpackt. Gereinigtes und freigegebenes Material wird als normaler Abfall deponiert oder nach Möglichkeit wiederverwertet. Die radioaktiven Abfälle bringen wir ins Zwilag. Zum Abschluss der Arbeiten reinigen und überprüfen wir sämtliche Gebäudestrukturen, die während des Betriebs mit Radioaktivität in Kontakt gekommen sein könnten, und vergewissern uns, dass keine Radioaktivität mehr vorhanden ist. 

Im Jahr 2031: Freigabe des Areal

Ende 2030 ist das KKM frei von radioaktivem Material. Jetzt wird das gesamte Areal durch die Behörden kontrolliert. Wenn keine radiologischen Gefahrenquellen mehr festgestellt werden, geben die Behörden das Gelände für eine neue Nutzung frei. 

2031 bis 2034: konventioneller Rückbau

Abhängig davon, ob das Areal künftig industriell oder naturnah genutzt wird, brechen wir nicht mehr benötigte Gebäude ab. Dafür reichen wir bei den Behörden bis 2027 ein Gesuch für den konventionellen Rückbau ein. Der Bauschutt wird entweder auf Deponien entsorgt oder wiederverwertet. Ab 2034 kann das Areal neu genutzt werden. 

«Nachdem wir die Stromproduktion Ende 2019 eingestellt hatten, haben wir Anfang 2020 unverzüglich mit dem Rückbau begonnen.»