BKW Insights

«Die letzten Jahre zeigen den Erfolg der eingeschlagenen Strategie»

Der abtretende Verwaltungsratspräsident der BKW, Urs Gasche, erzählt im Interview, wie die erfolgreiche Neuausrichtung der Unternehmensstrategie gelingen konnte, wie die Kontinuität für die Zukunft sichergestellt ist und wie der Kanton Bern als Mehrheitsaktionär und Wirtschaftsstandort davon profitiert.

Weshalb treten Sie nach fast 20 Jahren im Verwaltungsrat der BKW zurück?

Es ist ein idealer Zeitpunkt. Ich bin seit fast 20 Jahren im Verwaltungsrat der BKW und möchte gerne etwas kürzertreten. Mit dem Schritt vom Energie- zum Energie- und Infrastrukturkonzern ist die erste Phase der Transformation erfolgreich vollbracht. Dank der internen Nachfolgelösung ist für Kontinuität und eine nahtlose Weiterführung der Unternehmensstrategie gesorgt. Der Verwaltungsrat wurde in den letzten Jahren verjüngt und ist gut unterwegs, sodass der Wechsel im Präsidium reibungslos stattfinden kann.

2013 hat die BKW ihre Strategie mit den drei Säulen Energie, Netze und Dienstleistungsgeschäft verabschiedet. Welche Bilanz ziehen Sie?

Die letzten Jahre zeigen den Erfolg der eingeschlagenen Strategie: Die BKW hat ihren Wert seit 2014 um ein Vielfaches auf rund 5.4 Milliarden Franken gesteigert. Davon profitiert der Kanton Bern als Mehrheitsaktionär wie auch als Wirtschaftsstandort: Das Unternehmen beschäftigt heute im Kanton rund 3000 Mitarbeitende und vergibt jedes Jahr Aufträge von rund 100 Millionen Franken an lokale KMU.

Heute ist die BKW ein internationales Energie- und Infrastrukturunternehmen, tätig von Norwegen bis Spanien. Weshalb dieses Engagement?

Die Verflechtung mit dem internationalen Stromhandel ist zentral. Die BKW konnte unter anderem auch dadurch in der Vergangenheit den durch den Preiszerfall im Stromgeschäft ausgelösten Rückgang vollständig kompensieren und sich erfolgreich für die Zukunft aufstellen. In der Produktion investieren wir dort, wo Rahmenbedingungen und Topografie stimmen, oft auch im Ausland. Die von der Energie- und Klimapolitik beeinflussten internationalen Märkte eröffnen zudem neue Möglichkeiten in Energie, Gebäude und Infrastrukturen. Die BKW hat eine starke Position im Dienstleistungsgeschäft aufgebaut: Mit fast 8000 Personen im deutschsprachigen Raum stellt sie die Schweizer Alternative zum forcierten Markteintritt ausländischer Grosskonzerne dar.

Was ist das grösste Highlight in Ihrer Zeit im BKW Verwaltungsrat, respektive als Verwaltungsratspräsident?

Das grösste Erfolgserlebnis war, zu erleben, dass die gewählte Unternehmensstrategie mit dem Fokus auf Gebäude, Energie und Infrastruktur aufgeht. Wir haben dadurch eine positive Dynamik ausgelöst, einerseits bei unseren Mitarbeitenden, andererseits bei unseren Aktionären. Zudem erfüllen unsere Energie- und Infrastrukturdienstleistungen zentrale gesellschaftliche Anliegen – und wir stärken dadurch den Standort Bern. Ich bin stolz auf diesen Beitrag der BWK zum Schweizer Werk- und Wirtschaftsplatz.

Welche Rahmenbedingungen muss die Politik setzen, damit die BKW auch künftig einen erfolgreichen Beitrag für eine nachhaltige Energiezukunft leisten kann?

Es braucht möglichst markt- und wettbewerbsorientierte Rahmenbedingungen. Zum Beispiel sollten erneuerbare Energien mit marktwirtschaftlichen Instrumenten gefördert werden, sodass sich diese langfristig am Markt behaupten können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die vollständige Öffnung des Strommarkts auch für Privatkunden. Gerade ein Unternehmen wie die BKW ist heute noch eingeschränkt, ihr Netzwerk für Innovation und Effizienz zu nutzen. Zudem ist die Marktöffnung eine Voraussetzung für ein Stromabkommen mit der Europäischen Union. Dies ist für die Versorgungssicherheit der Schweiz entscheidend.

Zum Schluss noch eine private Frage: Was werden Sie mit der nun gewonnenen Freizeit machen?

Ich habe für mich in den letzten Jahren neben dem Wandern das Biken entdeckt. Zusammen mit meiner Frau werden wir nun noch mehr Zeit haben, diese Hobbies zu geniessen und auch neue Gegenden zu erkunden. Darauf freue ich mich!

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