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Rekordergebnis für dezentrale erneuerbare Energie aus der Region

Swiss Energypark

Die Region des Swiss Energyparks verzeichnete im letzten Jahr einen Produktionsrekord: 127 GWh regional und dezentral erzeugte erneuerbare Energie. Das Gebiet, auf dem sich das Windkraftwerk JUVENT, das Sonnenkraftwerk Mont-Soleil und das Wasserkraftwerk La Goule befinden, kommt somit auf eine theoretische Energieautonomie von 86 Prozent.

Der Swiss Energypark, der 2016 auf Initiative der BKW und der Kantone Bern und Jura entstand, zeigt quasi im Grossversuch, wie die Energieversorgung laut Strategie des Bundes einmal aussehen könnte. Das Gebiet, das flächenmässig etwa dem Kanton Genf entspricht, erzeugte 2020 Strom aus erneuerbaren Quellen für rund 28’200 Haushalte. Zugleich stieg 2020 der Verbrauch auf 147 GWh. Die Region, die dem Versorgungsgebiet von La Goule entspricht, konnte so 86 Prozent ihres Bedarfs mit lokaler erneuerbarer Energie aus nachhaltigen Quellen decken. Eine derartige Quote ist in dieser Höhe einmalig in der Schweiz.

Doch die letztjährige Rekordproduktion hat paradoxerweise den Autonomiegrad nicht gesteigert. Das erklärt sich dadurch, dass 2020 der Verbrauch gestiegen ist. Seit Kurzem wird auch Saignelégier von La Goule versorgt. Das Versorgungsgebiet, das 2019 noch 17’000 Einwohner zählte, wuchs 2020 auf 21’000 Personen an, und der Verbrauch stieg von 138 GWh auf 147 GWh. Diese neue Situation gleicht den geringeren Verbrauch, der sich im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie bemerkbar machte, weitgehend aus.

Sonnen- und Windkraft boomen, Wasserkraft bleibt zurück 

Das Windkraftwerk JUVENT produzierte 2020 nahezu 85 GWh. Niemals zuvor wurde an einem Standort in der Schweiz so viel Strom aus Windkraft erzeugt. Dies entspricht dem Verbrauch von ca. 18’900 Haushalten. Der Wert übertrifft die Prognosen, die die Gesellschaft JUVENT 2016 während der letzten Umbauphase abgegeben hatte, um über 20 Prozent. Möglich war dieses Ergebnis durch sehr günstige Windverhältnisse und eine höhere Zahl Windturbinen im Einsatz.

Auch die Photovoltaik schnitt 2020 dank anhaltender Hochdruckwetterlagen hervorragend ab. Sie bewirkten, dass die Eigenerzeuger wie auch das Sonnenkraftwerk Mont-Soleil ihre Produktion steigern konnten. Mont-Soleil hat im letzten Jahr um die 630’000 kWh erzeugt. Dieses Ergebnis liegt 15 Prozent über dem langfristigen Mittel und entspricht dem Jahresverbrauch von 140 Haushalten. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis für die Photovoltaikzellen, die bereits seit 29 Jahren im Einsatz sind.

Das sonnige Wetter hatte jedoch genau den umgekehrten Effekt auf die Wasserkraftproduktion, führte es doch im Frühling zu Niedrigwasser. Die Produktion des Kraftwerks La Goule am Doubs liegt mit 17 GWh 2020 unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Dies entspricht dem Bedarf von etwa 3’800 Haushalten.

Die Stromerzeugung auf dem Gebiet des Swiss Energypark ist ein gutes Beispiel, wie sich die neuen erneuerbaren Energien und die Wasserkraft gegenseitig ergänzen. Wenn die Stromproduktion aus Wasserkraft meteorologisch bedingt geringer ist, gleicht die Sonnenenergie das im Sommer aus. Während der Winterzeit wird dann vorwiegend Windkraft produziert.

Bedeutende Rolle in der Energiewende

Der Swiss Energypark verfügt schweizweit über einzigartige Gegebenheiten, sowohl im Hinblick auf den Anteil der erneuerbaren Energien als auch durch seinen flexiblen Energiemix. Hier ist es möglich, unter realen Bedingungen innovative Lösungen zu testen, die eines Tages unsere Versorgungssicherheit gewährleisten. Mit seiner Infrastruktur, die von der BKW und externen Akteuren (u. a. Start-ups oder Schulen) genutzt wird, kommt dem Swiss Energypark eine aktive Rolle in der Energiewende zu, da hier Lösungen mit hohem Mehrwert entwickelt werden.

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