Neue Herausforderungen im Verteilnetz durch Elektrobusse

BERNMOBIL nimmt bei der Umweltfreundlichkeit ihres Angebots seit über 10 Jahren eine Pionierrolle in der Schweiz ein. Mit der Umstellung der Linie 17 auf komplett batteriebetriebene Elektrobusse sammelt BERNMOBIL Erfahrungen mit dem Ziel, künftig weitere Buslinien elektrisch zu betreiben. Als Projektpartner erstellte die BKW den Netzanschlussder Ladestation und den Ausbau der vorgelagerten Transformatorenstation. BKW Projektleiter Verteilnetz Andreas Loosli spricht über die speziellen Herausforderungen und die Erkenntnisse aus dem Projekt.

Wie und warum kam es dazu, dass die BKW als Projektpartner die Elektrifizierung der Buslinie 17 begleitete?

Andreas Loosli:«Der Auftraggeber fragte uns in einer frühen Projektphase mittels technischem Anschlussgesuch bezüglich Anschlussarbeiten an. Daraufhin übernahm die BKW im Rahmen des Projekts die Verantwortung über den Netzanschluss.»

Welche Verantwortlichkeiten trug die BKW?

«Wir mussten gewährleisten, dass die Normen der Spannungsqualität für alle anderen angeschlossenen Liegenschaften eingehalten werden. Wir prüften deshalb die technischen Daten der Ladestation vor dem Bau der Anlage. Nur so konnten wir notwendige Massnahmen zur Normeinhaltung definieren. Nach der Anlageinbetriebnahme führten wir eine Messung vor Ort durch, um die Auswirkungen der angeschlossenen Ladestation zu überprüfen.»

Welche Erfahrungen und Vorkenntnisse konnte die BKW in das Projekt miteinbringen?

«Für uns sprachen die langjährigen Erfahrungen aus der Beurteilung und Prüfung von technischen Anschlussgesuchen und die Definition von Massnahmen für das BKW Netz.»

Was waren die grössten Herausforderungen?

«Die Daten der Ladestationen waren zwar vorhanden, jedoch handelte es sich hierbei um Zertifikate, welche unter 'Laborbedingungen' gemessen und erstellt worden sind. Es war deshalb äusserst schwierig, die genauen Auswirkungen bei einer Ladung auf das Verteilnetz der BKW vorherzusagen. Weiter war die elektrische Leistung der Ladestation bis zum Erhalt der Installationsanzeige nicht genau definiert. Falls die Leistung höher als im Projektbeschrieb ausgefallen wäre, hätten alle Abklärungen und Beurteilungen neu erstellt werden müssen, was zu einer Verzögerung des Anschlusses geführt hätte.

Der Bau ab der Ladestation sah vor, dass die bestehende 50-kV-Kabelleitung (heute 132 kV) gequert werden muss. Hierzu wurden durch die Verantwortlichen der Netzregion die nötigen Sicherheitsvorkehrungen vor Ort definiert. Die einwandfreie Koordination und die Mitarbeit der beteiligten Fachspezialisten trug dazu bei, dass der Anschluss termingerecht erstellt wurde.»

Am Projekt waren viele Spezialisten und Partner beteiligt. Wer hatte die Gesamtverantwortung?

«Verantwortlich für das gesamte Projekt war das Ingenieurbüro BSB Roduner und Partner, welches vornehmlich den Teil Tiefbau innehatte und von BERNMOBIL beauftragt wurde.»

Könnte die Gesamtverantwortung zukünftig auch bei der BKW sein?

«Der Bau der Ladestationen kann weitestgehend durch die BKW als Generalunternehmer ausgeführt werden. Das notwendige Know-how ist vorhanden. Des Weiteren sind im gesamten Konzern alle notwendigen Ressourcen vorhanden, ausser Tiefbau, um die projektspezifischen Punkte allesamt als Generalunternehmer auszuführen.»

Welche Erkenntnisse für zukünftige Projekte konnten gewonnen werden?

«Die Beurteilung und die daraus abgeleiteten Massnahmen sind für die Zukunft wegweisend und dürfen in keiner Weise nur auf den spezifischen Anschluss ausgelegt werden. Es sind auch alle Situationen vor Ort, betreffend Netzanschluss auf Netzebene 7 oder 5, zu berücksichtigen. Weiter müssen spezielle Massnahmen, welche den Übergabepunkt darstellen, klar definiert sein, damit absolute Klarheit bei allen Projektpartnern herrscht.»

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