Das Verteilnetz verstehen – mit Big Data

Als Netzbetreiber kennen Sie die Herausforderungen der Energiewende bestens: Die dezentrale Energieerzeugung, die Eigenverbrauchsoptimierung und die aufkommende Elektromobilität verändern Gepflogenheiten und bringen die Netzstabilität an ihre Grenzen.

Die grössten Herausforderungen bestehen in der Mittel- und Niederspannung. Denn dort findet die Energiewende statt. Doch genau dort wissen wir am wenigsten über das Netz. Detaillierte Informationen über die Lastprofile aller Anschlüsse fehlen, und Echtzeitdaten über den Netzzustand gibt es nicht. Daher mussten Sie bisher Ihre Mittel- und Niederspannungsnetze basierend auf Erwartungswerten planen und betreiben.

Die BKW hilft Ihnen mit dem Projekt Kalamäus

Zwei Drittel des Wertes unseres Verteilnetzes sind in den Netzebenen 5 bis 7 gebunden. Langlebige Assets (durchschnittliche Lebensdauer von 40 Jahren) stehen kurzfristigen Dynamiken gegenüber. Das Risiko dabei sind Fehlinvestitionen oder Entscheidungen, die die Versorgungsqualität gefährden.

Die BKW als grösster Verteilnetzbetreiber der Schweiz ist von diesen Herausforderungen besonders betroffen. Deshalb haben wir 2017 das Projekt Kalamäus lanciert. Es verhilft uns zu mehr und viel genaueren Daten zu den Mittel- und Niederspannungsnetzen.

Ein Kernteam aus 10 Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen hat insgesamt 126 Netzanlagen mit Messgeräten und 700 Endkunden mit Smart-Metern ausgerüstet und ihren Lastgang «kaskadiert» gemessen.

Eine grosse Herausforderung des Projekts bestand aus dem Auswerten der Daten aus verschiedenen Quellen und in verschiedenen Programmen. Mittlerweile dürfen wir behaupten, auch im Bereich Data Analytics einer der führenden Anbieter der Schweiz zu sein. Dank Kalamäus haben wir zum Beispiel die Darstellung in unserem Netzinformationssystem BKW-NIS um neue Layer erweitert.

Die Erkenntnisse aus unseren Tests:

  • Die üblichen Messkampagnen von einer Woche in einer Trafo-Station haben eine Ungenauigkeit von mind. 40 Prozent und sind deshalb sehr trügerisch.
  • Bei Photovoltaikanlagen ab 1 MW Leistung werden Messungen notwendig.
  • Die Abregelung der jährlichen Einspeisung um 3 Prozent kann den Netzausbaubedarf um bis zu 40 Prozent senken.
  • Die bisherige Planung mit den Werkzeugen des BKW Asset Managements war erstaunlich gut und bereits früher erkannte Handlungsbedarfe wurden bestätigt.

Was bedeuten diese Schlüsse für Sie?

Dank den Erkenntnissen aus Kalamäus konnten wir unsere Annahmen und Berechnungsverfahren verfeinern, zum Beispiel in der Lastabschätzung und der Lastprognose. In naher Zukunft sind keine Messungen auf den Netzebenen 5 bis 7 notwendig. Messungen bei grösseren dezentralen Einspeisern sowie die bidirektionale Messung in den Unterstationen reichen aus, um eine gute Stromversorgungsqualität zu gewährleisten.

Die Daten sind insgesamt sehr wertvoll für uns. Dank Kalamäus können wir Netzanlagen kleiner dimensionieren und so Kosten sparen.

So profitieren Sie als Netzbetreiber

In Zukunft können wir eine Vielzahl an Dienstleistungen genauer, effizienter und letztlich besser erbringen. Dies betrifft die Bereiche Netzentwicklung und Zielnetzplanung, technische Anschlussgesuche und effiziente Netzintegration.

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