Strom für das Lötschental

Im Oberwallis entsteht an der Lonza das neue Wasserkraftwerk Wiler-Kippel. Die herausfordernde Topografie des Lötschentals bedingt eine sorgfältige Projektplanung, damit der Schutz vor Naturgefahren gewährleistet ist und die Region zukünftig mit Strom aus Wasserkraft versorgt werden kann.

Mit einer Leistung von 5,2 Megawatt geht das WKW Wiler-Kippel ab 2021 ans Netz. Die jährliche Stromproduktion wird 14 Gigawattstunden betragen, was in etwa dem durchschnittlichen Strombedarf von 4000 Haushalten entspricht. Gespeist wird das Kraftwerk mit Wasser vom Langgletscher, welches mithilfe der Lonza die zwei leistungsstarken horizontalachsigen Francis-Turbinen mit je 6,0 m3/s antreibt. Zum Vergleich: Das Schwimmbecken an den olympischen Spielen in Rio hatte ein Fassungsvermögen von 3750 Kubikmetern. Mit der turbinierten Wassermenge vom WKW Wiler-Kippel könnte das Olympiaschwimmbecken in gut 5 Minuten gefüllt werden.

Das Lötschental birgt erhebliche Gefahr von Lawinenabgängen. Zudem führt die Lonza hin und wieder Hochwasser mit sich. Der Erfolg des Bauprojekts hängt von einer umsichtigen und vorausschauenden Planung ab. So wurde in einem ersten Schritt der zufliessende Wilerbach auf ungefähr 200 Meter umgeleitet, um einem Murgang entgegenzuwirken. Aber auch die verwendeten Kraftwerkskomponenten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit. So kommt zum Beispiel eine spezielle Druckleitung zum Einsatz: Ein Betonrohr mit Stahlseele überzeugt mit einer hohen Eigenstabilität und verhindert durch sein Gewicht den unerwünschten Auftrieb bei Hochwasser.

Projektdaten

  • Projektdauer: 2010 bis 2021
  • Ausführung: Herbst 2018 bis Herbst 2021
  • Bauherrschaft: Kraftwerke Wiler-Kippel AG
  • Fallhöhe: 53 m
  • Ausbauwassermenge: 12,0 m³/s
  • Druckleitung: ø 2,0 m, Länge 1500 m
  • Anzahl Turbinen: 2
  • Installierte Leistung: 5,2 WM
  • Jahresstromproduktion: 14 GWh
  • Projektkosten: 22 Mio. CHF

Fakten zum Projekt

  • Fassung mit beweglicher Wehrschwelle, Grundablass, Feinrechen und Entsander
  • Gewährleisten des Fischauf- und Fischabstiegs mittels Schlitzpass und Fischabschwemmrinne
  • Bauen über 1300 m ü. M. unter ständiger Berücksichtigung der Naturgefahren wie Lawinen, Hochwasser und Murgänge
  • Die Baustelle umfasst eine Fläche von rund 85000 m²
  • 5700 m³ Beton, 53500 m³ Aushub und wieder Einbau
  • Das Projekt beinhaltet zusätzlich zwei Aufweitungen der Lonza als Ersatzmassnahmen sowie die Erschaffung eines Feuchtgebiets
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